Pollymoment: Schwere Zeit der Stille

Meine Lieben,

Lange war es still hier auf dem GeliebtenLeben. Und es wird auch noch eine ganze Zeit still bleiben.

Ich habe momentan kaum Kraft einen klaren Gedanken zu fassen, geschweige denn über Mikes und meine Affäre zu schreiben. Jeder Tag ist die Hölle für mich.

Ich mache mir große Sorgen um Mike, und auch während ich dies schreibe, verschwimmen die Zeilen vor meinen Augen.

Mike geht es immer schlechter. Körperlich und psychisch. Er sagt von sich jetzt schon, er sein ein Pflegefall. Obwohl es noch gar nicht soweit ist.

Aber es ist klar, lange wird es nicht mehr dauern, und er ist auf Hilfe und Pflege angewiesen. Es gibt keine Heilung für ihn. Da sind sich die Ärzte mittlerweile sicher.

Was er genau hat, darüber nicht.

Aber sein Körper wird nach und nach zerfallen.

Als ich das letzte mal eine Nachricht von Mike bekommen habe, war sie voll mit schlimmen Worte für mich. Voller Wut und Gemeinheit. Voller Gleichgültigkeit und Kälte.

Ich verstehe das, es ist die pure Verzweiflung, die ihn auffrisst und so lähmt, dass er nicht mehr vom Fleck kommt. Ich weiß das.

Aber ich weiß nicht was er will,  und ich habe große Angst.

Helfen lassen will er sich nicht. Gerade nicht von mir. Weil ich ihm nicht mehr nur aus der Hand fressen kann und auch nicht möchte.

Zuviel ist kaputt.

Und weil ich Klarheit will. Für uns beide.

Ich bin bereit dafür. Aber er nicht.

Er schrieb, er wolle nichts mehr wissen, von nichts und niemandem mehr. Dass er alles nicht wahrhaben will, dass er mit allem nicht zurecht kommt.

Er war immer ein Macher. Ein Arbeiter, der auf nichts und niemanden angewiesen war. Und nun ist alles anders.

Egal was ich sage, alles ist falsch.

Mike kann noch viel. Weniger als vor zwei Jahren, aber noch viel an dem er sich freuen könnte. Er kann noch laufen, er kann noch Auto fahren, er kann reden, sehen, hören…

Trotzdem zerfällt er Stück für Stück. Die Krankheit ist nicht aufzuhalten, und hinterlässt stetig ihre Spuren.

Seine Arme und Hände machen vieles nicht mehr mit. Besonders die feinen Dinge. Reißverschluss, Knöpfe, schreiben, Schleifen binden, Schneiden, anziehen…er hat schon viel Kraft und Geschick verloren. Nicht nur körperlich.

Das zieht ihn immer mehr in den Schlund aus Angst und Hilflosigkeit.

Er weiß, dass ich ihn liebe. Aber er glaubt, dass er nicht mehr geliebt werden kann. Und er sagt, dass er nicht mehr weiß, was er fühlt und will. Dass er stumpf ist und ihm alles egal sei.

Seine letzten Gedanken an mich waren:

Ich glaube du würdest mit mir nicht zurecht kommen, und ich nicht mit dir. Nicht damit, dass ich dein Leben genauso versaut habe, wie meines. Nicht damit, dass ich nur eine Last bin.

Ich weiß nicht wie es weiter gehen soll und ob überhaupt. 

Ich liebe Jana nicht. Sie ist eine bequeme Lösung gewesen. Du hast recht. Nur deshalb bin ich bei ihr.

Es ist falsch, das weiß ich auch.

Schlimm was aus mir geworden ist. 

Ich will dir nicht weh tun, und ich liebe dich. Ich konnte es nie so richtig zeigen und hab viele Fehler gemacht. Sie heilen nicht mehr, genau so wie ich. Glaub mir.

Eine Sprachnachricht, denn das Schreiben am Handy ist kaum noch möglich für Mike. Es klang so traurig, und doch so wahr und ehrlich gemeint.

Ich habe geheult und ihm sofort geantwortet. Er solle nicht aufgeben! Sich nicht, und uns auch nicht!

Und noch viel mehr…

Es kam nichts mehr zurück.

Seit dem warte ich jeden Tag. Weine, hoffe  und zittere.

Auf meinem Weg zur Arbeit, fahre ich oft an seiner Wohnung vorbei, und mein Herz hüpft, wenn sein Auto an einer anderen Stelle steht, als zuvor. Dann weiß ich, es gibt ihn noch.

Ich will ihn nicht bedrängen. Er hat mir zu verstehen gegeben, dass er Abstand braucht. Und ich auch.

Für mich, wird er immer die Liebe meines Lebens bleiben, auch wenn ihn der Abgrund zu verschlingen droht.

Ich weiß, dass er nicht glücklich ist. Das tut so weh. Und ich weiß, dass ich nie glücklich sein werde, ohne ihn.

Und er weiß das auch. Das hält mein Herz zusammen. So ein Band geht nicht so leicht entzwei.

Es wird lange still bleiben, auf dieser Seite. Bis ich wieder klare Gedanken fassen kann. Unsere Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt.

Sie ist auch noch nicht vorbei. Daran glaube ich fest.

Seine. Unsere. Und meine.

Ich bete jeden Tag.

eye-1210172_960_720

Polly

Seelenlolly: Dein Stück vom Tod in mir

Quelle: Pixabay

Alles Lachen erstirbt mit der Einsamkeit.

Dein Stück vom Tod in mir.

Alle Freude wird blass, vor Sehnsucht nach dir.

Dein Stück vom Tod in mir.

Kein Herzschlag springt mehr in meiner Brust.

Ich zerfalle langsam, Stück für Stück.

Seit du nicht mehr bist.

Dein Stück vom Tod in mir.

Polly

Seelenlolly: Gefangen

Dieses Bild ist mein persönliches Eigentum, bitte nicht ohne meine Zustimmung verwenden oder kopieren. Danke 🙂

wpid-20150209_130317.jpg

Polly

Seelenlolly: Verfolgt

Manchmal bist du wie ein Fluch.

Pappst an mir wie Kaugummi.

Egal wo ich stehe,
egal wo ich gehe,
verfolgst du mich.

Starrst mich an,
aus Regenpfützen

und Schaufensterscheiben.

Huschst durch träge Menschenmassen,
nur um dann
zwischen den Häuserklüften,
im Nichts zu verschwinden.

Niemals kann ich dich einholen.

Du täuschst meine Sinne wie ein Chamäleon.

Tauchst auf und verschwindest,
verhöhnst mich in meiner Sehnsucht nach dir.

Wie eine Klette haftest du an meinen Fersen.

Deine Stimme hat sich
in mein Gehirn gebrannt,
wie das Schreien eines ertrinkenden Kindes.

Egal nach was ich lausche,
egal mit wem ich rede,
dein Flüstern schwingt immer mit.

Deine kalten Versprechungen,
säuseln zwischen Vogelgezwitscher
und Stimmengewirr.

Dein Lachen kreischt in meinen Ohren
und deine Worte,
werden zu rasiermesserscharfen Klingen.

Sie schneiden in mein Herz.

Dein Geruch liegt wie Äther in der Luft.

Inmitten von Autoabgasen
und Menschenschweiß,
schwebt immer noch dein Duft
nach Honig und Zimt.

An meinem Gaumen
sammelt sich dein zuckersüßer Geschmack.

Lässt mir das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Nur um sich dann,
in bittere,
zähe Tropfen
der Erinnerung zu verwandeln.

Sie schnüren mir die Kehle zu.

Und rauben mir den Atem.

Überschwemmen den Lebensstrom in mir,
mit Trauer
und Wut.

Überall bist du.

Überall!

Ich kann dich nicht abschütteln,
kann dich nicht vergessen.

Du verfolgst mich.

Gnadenlos.

Polly

Seelenfrost

Quälend und gnadenlos hast du mich im Griff.

Lauerst in jedem Körnchen Stille,
in jedem Schnipsel Traum,
in jedem Hauch von Müßiggang.

Entführst meine Gedanken immerfort.

Nutzt jede Chance aus.

Du lockst meine Seele die eisigen Pfade entlang.

Verführst mich mit süßen Düften aus Vergangenheit.

Deine kalten Klauen streicheln meine Wunden,
bohren sich  immer tiefer in mein Fleisch.

Ein unerreichbares Glühen
zieht mich
immer weiter in die Dunkelheit.

Ich folge dir.

Für einen Funken Hoffnung,
für einen Fetzen lieblicher Erinnerung.

Mein Gehirn gehorcht mir schon lange nicht mehr.

Es gibt weder Vernunft,
noch Widerstand.

Willenlos gehorche ich.

Du legst mich in frostige Ketten.

Mein Herz ist blind,
gefangen im Eis.

Geschnürt mit deinen Versprechungen,
die meine Sehnsucht ins Unermessliche treiben.

Und sich doch nie erfüllen.

Meine Seele existiert nicht mehr.

Sie ist schon lange vor meinem Körper gegangen.

Konserviert bleibt einzig und allein der Schmerz.

Von Ferne vernehme ich meine Stimme.

Ein Echo aus einer längst vergangenen Zeit.

Lass los!

Quelle: Pixabay

Polly

Seelenlolly: Wiedergeburt des Seins

Erneuerung.

Oft gepaart mit Veränderung.

Manchmal ist sie die einzige Möglichkeit für uns, (weiter)zu leben.

Polly
wpid-20150830_130908-1.jpg

Dieses Bild ist mein persönliches Eigentum, bitte nicht ohne meine Zustimmung verwenden oder kopieren. Danke 🙂

Wenn Worte fehlen…

Kerzen

In stillem Gedenken an die Opfer von Krieg und Terror.