So schreibt Polly

So.

Nun sitze ich hier, und starre mein Laptop an. Eigentlich will ich gerade eine neue Geschichte aus dem Geliebten Leben schreiben. Aber die Worte wollen nicht in meine Finger, geschweige denn auf den Bildschirm.

Sie schwirren einfach nur in meinem Kopf herum. Unfähig sich zu ordnen. Zusammen mit den tausend Erinnerungen an dich und unsere Zeit. Ein heilloses Durcheinander, das ich versuche unter Kontrolle zu bringen.

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Pollymoment: Chemo und die Sorgen

Mike,
lange habe ich nichts mehr weiter von dir gehört. Meine letzte Nachricht an dich war auch nicht gerade freundlich. Wenn du jetzt alles hinschmeißt, hast du gesagt, ist es in deiner Situation nicht einfach, von vorne zu beginnen. Wer weiß was die Zukunft dir bringt, aber du willst mich keinesfalls verlieren…
Ja… da hast du recht, wer weiß was kommt….
Ich schrieb dir, du bräuchtest dich nicht mehr zu rühren, wenn alles immer gleich bliebe… es genügt mir nicht mehr.
So habe ich empfunden, als ich die Zeilen schickte.
Frust, verletzter Stolz… keine Ahnung, was mich alles getrieben hat, so hart zu sein.
Aber ich war es.
Ich weiß, dass du gerade jetzt eine schwere Zeit durchmachst. Und, dass in den Sternen steht, ob die Chemotherapie Erfolg haben wird.
Ich wünsche es dir.
Es tut mir so unendlich leid, dass ich dir nicht wirklich helfen kann. Dass ich  deine Krankheit nicht ein Stück abnehmen kann. Mittragen kann.
Ich liebe dich so, und die Vorstellung, wie du gegen das Ertrinken kämpfst und hoffst, kein Land mehr siehst…macht mich traurig.
Ich mache mir Sorgen, auch wenn Wut in mir aufsteigt. Ich verstehe dich. Ich versuche es. Ich möchte für dich da sein. Nur wie?
Deshalb halte ich mich nun zurück. Damit helfe ich dir im Moment wohl am besten. Abstand. Ruhe. Vielleicht ist es so das Richtige. Ich habe keine Ahnung. Aber meine Wunden würden sich nur immer wieder melden. Es tut weh. So oder so. Deshalb halte ich mich daran. Ich will dir nicht noch mehr Stress machen.
Ich hätte nicht gedacht, dass noch Worte von dir kommen. Aber sie kamen.
Du antwortest noch, wenn dein Kopf frei ist. Wenn der Stress etwas nachgelassen hat. Wenn du etwas Ruhe gefunden hast. Du meldest dich.
Egal warum. Du tust es.
Ich war unendlich froh, als ich diese Nachricht las und ich vertraue darauf. Du brauchst deine ganze Kraft. Du wirst es schaffen!
Ruhe tut dir gut. Uns beiden. Unsere Gedanken zu sammeln und vielleicht Entscheidungen zu fällen. Irgendwann.
Ich denke immer an dich. Auch im Stillen. Jeden einzelnen Tag.
Polly

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Seelenlolly für einen (Un)Bekannten

Dein Name,
 ist Musik in meinen Ohren.
Als ob meine Seele singt.
Immerfort.
Tausend Harfentöne erklingen.
Auf silbernen Schwingen,
bringen sie dich
zu mir.
In unzähligen Farben der Zeit.
Sie tragen mein Herz
zum Zauber des Anfangs.
Führen mich,
am seidenen Band entlang.
Über glitzernde Berge
und
durch leise Tränentäler.
Hinab in tiefste Schluchten.
Empor,
 bis zu den Wolken.
Immer weiter.
Auch
durch
Jetzt
und
Nichts.
Das Ende ist noch fern.
In Dunkel gehüllt.
So ruft mich dein Klang!
Wo immer du bist,
nur wieder
zu dir.
Den Tönen folgend,
dem Farbenspiel.
Es
ist
wie
Magie.
Wird es Erfüllung sein, 
sonnighell,
 quirlig und sprudelnd,
die da wartet?
Oder Erlösung,
kühl wie der Mond, 
doch warm umarmend?
Es
ist
das
Ziel.
Es kommt
gewiss.
In Dur oder Moll.
Der Notenschlüssel
unserer Musik.

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Polly

Brief an einen (Un)Bekannten

Mike,

als ich Anfang April zur Kur gefahren bin, war eines meiner Ziele, dich hinter mir zu lassen. Abstand zu gewinnen. Ja, dich vielleicht sogar zu vergessen.

Ich habe weder Telefon noch Laptop mitgenommen, um nicht erreichbar zu sein. Für niemanden. Auch nicht für dich. Zuerst wollte ich dir gar nicht sagen, dass ich wegfahre. Wenn ich ehrlich bin, wollte dich bestrafen. Mit Sorgen, wenn du nichts von mir hören würdest. 
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Nachtklick: Schlaflos

Neue Bilder 053

Ein wackeliger Klick durch das Fenster, mitten in der Nacht.

So wackelig, wie mein Schlaf….und irgendwie, hat es da draußen was von Wölfen….und Wolken….und…..
Es gruselt mich…. 😉

Ab unter die Decke, eure Polly

Bewegte Jahre…. und dennoch leer

Mit der Rückkehr von Frank, begann für mich ein Höllentrip. Ich nahm all meinen Mut zusammen und macht Nägel mit Köpfen. Ein paar Wochen vor seiner Rückkehr besuchte ich ihn zum letzten Mal im Knast um ihm das Unausweichliche beizubringen. Ich wollte diese Beziehung nicht mehr. Hinter Gittern schien es Frank gut und vernünftig aufzunehmen, das änderte sich allerdings schlagartig, als er wieder ein freier Mann war. Kaum in Freiheit stand er bei mir vor der Tür. Mit einem Strauß roter Rosen, tausend Versprechungen, Beteuerungen und einer Bierfahne die sich mir in meine Nase brannte. Weiterlesen

Mein Tagesklick: Federleicht

Daune3

Nichts Besonderes. Einfach nur eine Daunenfeder aus meinem Kopfkissen. Aber aus der Nähe betrachtet schön, filigran und geheimnisvoll.

Wer möchte nicht auch manchmal so sein? Zart und leicht, wie eine Feder. Frei schweben…tanzen durch die Lüfte…fliegen mit dem Wind.

Polly