Der Struwwelpeter

„Der Struwwelpeter“ ist der Titel eines Werkes des Frankfurter Arztes und Psychiaters Heinrich Hoffmann aus dem Jahr 1845. Das Bilderbuch enthält mehrere Geschichten, in denen verschiedene Kinder, je nach Verhalten, drastische Konsequenzen erleiden.

Der Struwwelpeter ist eines der erfolgreichsten deutschen Kinderbücher und wurde in viele Sprachen übersetzt.
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Märchenstunde: Das Rübchen

Großvater hat ein Rübchen gesteckt und spricht zu ihm:
Wachse, mein Rübchen, wachse, werde süß!
Wachse, mein Rübchen, wachse, werde fest!

Das Rübchen ist herangewachsen: süß, fest und groß – riesengroß.
Großvater geht, das Rübchen ausziehen:
Er zieht und zieht – kann’s nicht herausziehen.

Da ruft der Großvater die Großmutter.
Die Oma fasst den Opa an,
Der Opa fasst die Rübe an.
Sie ziehen und ziehen – und können’s nicht herausziehen.

Da ruft die Großmutter das Enkelein.
Das Mädchen fasst die Oma an,
Die Oma fasst den Opa an,
Der Opa fasst die Rübe an.
Sie ziehen und ziehen – und können’s nicht herausziehen.

Da ruft das Enkelin das Hündlein.
Das Hündlein fasst das Mädchen an,
Das Mädchen fasst die Oma an,
Die Oma fasst den Opa an,
Der Opa fasst die Rübe an.
Sie ziehen und ziehen – und können’s nicht herausziehen.

Da ruft das Hündlein das Kätzchen.
Das Kätzchen fasst das Hündchen an,
Das Hündlein fasst das Mädchen an,
Das Mädchen fasst die Oma an,
Die Oma fasst den Opa an,
Der Opa fasst die Rübe an.
Sie ziehen und ziehen – und können’s nicht herausziehen.

Da ruft das Kätzchen das Mäuslein.
Das Mäuslein fasst das Kätzchen an,
Das Kätzchen fasst das Hündlein an,
Das Hündlein fasst das Mädchen an,
Das Mädchen fasst die Oma an,
Die Oma fasst den Opa an,
Der Opa fasst die Rübe an.
Sie ziehen und ziehen und haben das Rübchen herausgezogen.

Ich mag dieses russische Märchen.

Wie oft habe ich es schon im Kindergarten erzählt! Wie oft haben wir es schon nachgespielt! Es ist so wunderbar kurz! Und es wird niemals langweilig.

Die Kinder begleiten das Spektakel mit kräftigen Hau-Ruck-Rufen, sie denken sich weitere Helfer aus, die feste bei der Rübchenaktion mithelfen.
Sie lachen und feixen.

Es ist immer eine Freude zu sehen, wie die Augen der Flöhe strahlen und wie sie mit Begeisterung dabei sind.
Und sie lernen auch noch was dabei:
Wo viele zusammen helfen und an einem Strang ziehen, kann man Großes schaffen! Und jeder ist dabei wichtig…. auch wenn er „nur“ eine Maus ist ☺

Hier habe ich ein nettes kleines Video zur Geschichte gefunden.

Viel Spaß damit!

Eure Polly ☺

…neulich gehört…und Kopf geschüttelt…

….im Bezug auf unsere „moderne Pädagogik“:

„Der Kindergarten ist eine Gemeinschaftseinrichtung und kein Individualitätsförderverein…“

„Das Leben ist hart und kein Zuckerschlecken…in der Schule wird dann auch nicht mehr gefragt…“

„Das machen wir ,weil ich es sage…“

„Das gilt für alle…“

„Wir geben die Struktur vor…“

„Kinder wissen doch gar nicht was gut für sie ist…“

„Ich möchte, dass die Kinder dieses und jenes machen… und dann das… und dann das…“

„Ich möchte, dass die Kinder lernen schön zu spielen…, das war kein schönes Spiel…“

„Die Kinder spielen noch genug…“

„Das müssen sie lernen…“

„Die meisten Familien vermitteln ihren Kindern keine Regeln und Regelmäßigkeiten mehr…deshalb sind wir in der Pflicht…“

„Ja…vielleicht…. aber jedes Kind ist anders. Und heute versucht man Kinder über ihre Stärken zu stärken… und  nicht immer nur das zu sehen, was sie noch nicht können. Jeder lernt anders. In eigenem Tempo. Und was dem einen bekommt, ist für den anderen vielleicht nicht gut und umgekehrt…Wollen wir später nicht selbstdenkende  Mitglieder einer Gesellschaft und keine Marionetten???“

Weiter sage  ich… und da geben mir viele Wissenschaftliche Studien recht: 

Kinder kommen als kompetente, individuelle Wesen zur Welt, die von Anfang an, an all ihren Bildungs-, Erziehungs- und Entwicklungsprozessen beteiligt sind. Der Erwachsene hat nicht die alleinige Expertenrolle inne! Vielmehr ist das Lernen ein laufender Prozess, geprägt vom gegenseitigen Dialog miteinander.

Achtung, Wertschätzung, Kinder wahrnehmen, ernst nehmen, Respekt, freie Entfaltung, Wahlmöglichkeiten, Mitsprache, Geborgenheit, Wechselspiel zwischen Lehren und Lernen, Zusammenspiel mit anderen….und noch viel, viel mehr tragen zur Persönlichkeitsentwicklung der Kinder bei.

Aber mit Sicherheit kein Gießkannenprinzip, bei dem der Kaktus genau soviel Wasser bekommt, wie die Seerose…. oder der Waldfarn die volle Sonnendosis des Orangenbäumchens… 

 

….Puuuhhh…  

..auf einen weiteren Tag im Kampf gegen Windmühlen… 

Vor langer Zeit haben es Pädagogen doch auch geschafft, ohne die Prügelstrafe auszukommen…zum Glück… die Zeiten ändern sich…weil moderne Pädagogik anders geht…und sich immer weiter wandelt und reflektieren muss…

Es gibt also noch Hoffnung, auch für einen angemessenen Platz von Individualität und Selbstbestimmung in einer dennoch sozial funktionierenden Gemeinschaft… und für mich…

Ich frage mich manchmal, vor was einige Pädagogen so Angst haben… vor einer Beschneidung ihrer  eigenen Machtkompetenz…? 

…Auf geht’s Polly…genug gejammert!

Euch allen einen schönen Tag… und mir einen kurzen 😀 😉 

 

Aus dem Kindermund

Olivia beim spielen mit einer Freundin.

Es handelt sich anscheinend um ein Fachgespräch über Entfernungen:

Olivia: ….wenn ich jetzt erst zwei Schritte rüber geh…. und dann wieder zurück, bin ich ein bisschen weiter drüben als davor.

Freundin: stimmt…! folding-rule-705668_640

Polly 😀

Märchenstunde: Der Sterntaler

Heute möchte ich mich wieder einmal näher mit einem Märchen befassen.

Dem Sterntaler.

Es gehörte zu meinen liebsten Märchen, als ich noch klein war. Und weil es so kurz und prägnant ist, konnte ich es schnell auswendig vor mir hersagen, und habe es mir bis heute Wort für Wort gemerkt. Auch im Kindergarten sind die Kinder begeistert, wenn ich es erzähle.

Sie schwanken zwischen Mitleid und Neugier, zwischen Romantik und auch Neid. Neid auf den Sternenregen, der dem Mädchen am Ende der Geschichte widerfährt.

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Martinslied – Bald ist es wieder soweit :-)

Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind

Volkslied (Ende 19. Jh.)

Musiknoten Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind

Im Schnee da saß ein armer Mann,
hatt‘ Kleider nicht, hatt‘ Lumpen an.
O helft mir doch in meiner Not,
sonst ist der bittre Frost mein Tod!

Sankt Martin zog die Zügel an,
sein Roß stand still beim armen Mann,
Sankt Martin mit dem Schwerte teilt‘
den warmen Mantel unverweilt.

Sankt Martin gab den halben still,lantern-146648_640
der Bettler rasch ihm danken will.
Sankt Martin aber ritt in Eil‘
hinweg mit seinem Mantelteil.

Aus dem Kindermund

Familie LollyJanePolly beim Einkaufen.

Valentin und ich an der Obsttheke. Uns gegenüber eine ältere Frau, mit gräulich, leicht lila gefärbtem Haar.

Valentin ist vom Anblick fasziniert (sagt ziemlich laut): Eh Mama, die alte Oma da! Die hat lila Haare!  Das sieht ja komisch aus!

Ich schäme mich und zische: Pssst! Valentin! So etwas sagt man doch nicht!

Valentin (ruft nun empört über die gesamte Obsttheke hinweg): Warum? Wenn sie aber doch alt und lila ist!!!

Nun… er hatte ja recht… und komisch wars auch!

Eure Polly