Halbzeit

Meine Lieben,

jetzt ist Halbzeit in meiner Schmerztherapie und zugleich noch ein Feiertag. Das heißt für mich, endlich mal wieder Zeit haben, und einen einigermaßen freien Kopf zum Schreiben.

Die letzten Tage waren interessant und anstrengend zugleich. Viele Informationen strömten auf mich ein. Viele Hausaufgaben, Übungen und Literaturempfehlungen haben mich geistig und körperlich ganz schön gefordert.

Was für Erkenntnisse konnte ich bis jetzt für mich mitnehmen?

Niemand kann mir den chronischen Schmerz nehmen. Das wird wohl nicht gelingen. Was mein Gehirn einmal gelernt hat, verlernt es nicht mehr. Aber es kann lernen besser und anders mit den Schmerzen umzugehen.

Welche Methoden kommen dafür in Frage?

Entspannungstechniken, Pausenmanagement, Aromatherapie, Phytotherapie, Bewegungstherapie, Psychotherapie, Ablenkung, Hausmittel… und noch vieles mehr. Natürlich nicht zuletzt auch die klassischen Schmerzmedikamente.

Eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Schmerzbewältigung spielt die seelische Verfassung.

Ja. Wie ist es denn um meine Seele bestellt? Wenn ich ehrlich sein soll, nicht so gut, wie ich es gerne hätte.

Stichworte, die mich hier besonders nachdenklich gemacht haben, sind Achtsamkeit und Selbstfürsorge.

Wie gehe ich eigentlich durchs Leben? Achte ich auf mich? Merke ich noch, was mir gut tut und was nicht? Kann ich NEIN sagen? Nehme ich mich auch selbst einmal in Schutz? Versuche ich dauernd allen anderen gerecht zu werden, nur nicht mir selbst? Hetze ich durch den Tag, oder gönne ich mir Pausen? Kann ich auch einmal Dinge hinnehmen, wie sie gerade sind, oder bin ich in einem ständigen Kampf mit mir und meinen Erwartungen an mich und meine Umwelt?

Viele Fragen, und noch mehr…. über die ich mir noch Gedanken machen muss.

Achtsamkeit, Entschleunigung, Loslassen, Gelassenheit… ja. All das hilft sicher auch im Kampf gegen den chronischen Schmerz.

Doch es ist nicht so leicht dies im Alltag zu leben, wenn man es anders gewohnt ist.

Veränderungen kommen nicht von allein. Das weiß ich. Und ich werde mir auch Gedanken darüber machen müssen, wo Energiefresser ihre Macht über mich haben. Was gut für mich ist, und was nicht.

Dabei muss ich vieles in meinem Leben genau betrachten.

Meine Arbeit, meine Ansprüche an mich, meine Ehe, meine Liebe zu mir selbst…. und nicht zuletzt Mike…wie soll und wird alles weitergehen? Was habe ich davon? Wie geht es mir damit? Was unterstützt mich, was schadet mir? Fragen über Fragen….

„Lass dich nicht vom Schmerz bestimmen.“

Das sagt sich so leicht. Aber es stimmt.

Zwar kann ich den Schmerz nicht verändern. Aber wie ich mit ihm umgehe, wie ich mein Leben gestalte, wie ich auf mich achte… das alles kann ich ändern. Es ist noch ein langer Weg zum   Ziel. Aber ein Anfang ist gemacht. Schauen wir einmal, wohin mich meine Füße tragen ☺

Bis bald, eure Polly 🙂

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12 Gedanken zu “Halbzeit

  1. Mir hat diese ganzheitliche Schmerztherapie, nach anfänglicher Ablehnung (das bekannte „was soll der Scheiß“ – Syndrom) schon einiges gebracht. Wie du richtig sagst, der Schmerz bleibt, aber der Umgang damit und das (Selbst-)Verständnis ändert sich. Einiges wird neu bewertet, die Prioritäten werden anders gesetzt.
    Man sollte sich immer nur Etappenziele stecken, und auch hier gilt irgendwie: der Weg ist das Ziel.
    lg

    Gefällt 3 Personen

  2. Liebe Polly,
    ich wünsche dir, dass du deinen Weg findest! Es wird nicht von heute auf morgen gehen, aber wie du selber sagst: der erste Schritt ist gemacht und nun heißt es „immer weiter an sich arbeiten“ – du schaffst das! ❤
    Viele liebe Grüße, Karina

    Gefällt 1 Person

Was sagst du dazu? Bin sehr gespannt :-)

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