Rund um Fasching I

Als Karneval, Fastnacht, Fasching, oder fünfte Jahreszeit bezeichnet man Bräuche, mit denen die Zeit vor der sechswöchigen Fastenzeit, die als Vorbereitung auf Ostern dient, ausgelassen gefeiert wird.

Der Karneval wird sehr unterschiedlich begangen: Neben Masken, dem Verkleiden und Musik spielen Mancherorts auch diverse Umzüge eine Rolle. Weltweit entwickelten sich ganz eigene Festivitäten. Bekannt sind etwa der Karneval in Rio oder in Venedig, die schwäbisch-alemannische Fastnacht, oder der Karneval in Köln.

Vorläufer des Karnevals wurden Bereits vor 5000 Jahren wurden in Mesopotamien Vorläufer des Karnevals gefeiert. Eine altbabylonische Inschrift aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. gibt Kunde vom Gleichheitsprinzip, das schon damals bei ausgelassenen Festen praktiziert wurde:

„Kein Getreide wird an diesen Tagen gemahlen. Die Sklavin ist der Herrin gleichgestellt und der Sklave an seines Herrn Seite.“ Bis heute ist es ein charakteristisches Merkmal der „tollen Tage“.

In allen Kulturen des Mittelmeerraumes gibt es historische Hinweise auf solche Feste, die meist mit dem Erwachen der Natur im Frühling in Zusammenhang stehen.

Die Römer schließlich feierten vom 17. Dezember bis 19. Dezember die Saturnalien zu Ehren ihres Gottes Saturnus. Mittelpunkt der Feier war ein öffentliches Gelage, zu dem jedermann eingeladen war. Hinrichtungen wurden wegen der verschoben, Sklaven und Herren tauschten zeitweise die Rollen. Sie feierten gemeinsam bei Tische, tranken und aßen und konnten jedes freie Wort wagen. Dabei überschütteten sich mit kleinen Rosen. Vielleicht das erste Konfetti. 

Auch farbenprächtige Umzüge, bei denen ein geschmückter Schiffswagen umhergezogen wurde, waren Bestandteile Feierlichkeiten.

Aktuelle Forschungen zweifeln aber Termine wie Saturnalien als Ursprung des Fastnachtsbrauchtums an.

In vielen Masken, Figuren und Bräuchen spiegeln sich vorchristliche Riten, beispielsweise der keltischen Religion, wieder. Hier versuchte man den Winter zu vertreiben, indem man sich als Geister, Kobolde und unheimliche Gestalten aus der Natur verkleidete und dabei  wild um sich schlug oder lauten Krach machte. 

Quelle: Pixabay

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Hauptsächlich in Tirol und Südtirol findet man heute noch den Kampf zwischen Licht und Dunkelheit, Gut und Böse, oder Frühling und Winter in den Fastnachsbräuchen.

Sogar im mittelalterlichen Europa feierte man in Kirchen, jedoch nicht offiziell kirchlich, Narrenfeste um den Epiphaniastag, den 6. Januar herum.

Die unteren Kleriker traten vorübergehend in den Rang der Privilegien der höheren Geistlichkeit.

Kirchliche Rituale wurden parodiert und ein Pseudopapst wurde gekürt.

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Am 5. März 1341 wird das Wort „Fastelovend“ im so genannten Eidbuch der Stadt Köln  mit den Worten:

„Aber der Rat soll zu Fastnacht keiner Gesellschaft Zuschüsse aus dem städtischen Vermögen gewähren.“, erwähnt.

Später verbot der Erzbischof Wilhelm von Gennep den Klerikern und Ordensleuten, Bier und Wein zu verkaufen oder auszuschenken. 

Dieses Verbot wurde im Jahre 1369 wieder aufgehoben. 1412 trat ein Verbot des Kölner Rats, Spiele und Tänze an geheimen Orten und in Zunfthäusern ohne Wissen und Willen der Zünfte abzuhalten, in Kraft.

1425 erscheint der Bauer  erstmals in einem Rosenmontagszug. Um 1440 entstanden die ersten Abbildungen des Fastnachtstreibens.

1570 erschien erstmals die Kölner Jungfrau neben dem Bauern. Sie verkörperte die Stadtgründerin Agrippina und die freie unabhängige Stadt.

Der Kölner Stadtrat verbot wiederholt den „Mummenschanz“, wohl wegen schwer zu steuernder Exzesse. 1660 wurde eine innerstädtische Schutztruppe aufgebaut, die man Funken nannte. Das war wohl die Geburtsstunde der Kölner Funken.

Die mittelalterliche Fastnacht wird auch auf die augustinischen Lehren zurückgeführt. Die Fastnacht steht hier für den Staat des Teufels und wurde nur deshalb von der Kirche als didaktisches Beispiel geduldet. Dadurch sollte gezeigt werden, dass der Teufelsstaat vergänglich sei, wie auch der Mensch vergänglich ist. Am Ende siegt Gott. 

Daher musste die Fastnacht mit dem Aschermittwoch enden, um die unausweichliche Umkehr zu Gott zu verdeutlichen. Während die Kirche bei gotteslästernden Szenen während der Fastnacht untätig blieb, wurde ein Weiterfeiern der Fastnacht in den Aschermittwoch hinein streng verfolgt.

Die Reformation stellte dann die vorösterliche Fastenzeit in Frage und damit verlor die Fastnacht ihren Sinn. Viele Bräuche gerieten zum Teil wieder in Vergessenheit. Im Barock und Rokoko wurden dann vor allem auf Schlössern Karnevalsfeste gefeiert, die sich stark an die italienische Commedia dell’arte anlehnten.

Die erste Weiberfastnacht geht wohl auf den Februar 1729 zurück. Am Donnerstag vor Karneval tanzten die Nonnen im Kölner Kloster St. Mauritius in weltlicher Verkleidung durch die Hallen.

Bis heute ist der Karneval Sinnbild katholischer Mentalität. Während ältere Fastnachten in Südwestdeutschland sich nach wie vor in katholischen Gebieten finden lassen, führte ein regelrechter Fastnachtsboom in den 1990er Jahren auch in protestantischen Gegenden die Fastnacht ein.

Der Begriff Fasching wird vor allem in Bayern, Österreich und Sachsen gebraucht. Etymologisch leitet sich Fasching vom Fastenschank her, also dem letzten Ausschank alkoholischer Getränke vor der Fastenzeit.

Im nördlichen Rheinland bis zum Niederrhein wird das hochdeutsche Karneval mundartlich als Fastelovend (Fastenabend) oder Fasteleer bezeichnet. Gefeiert wird von Altweiberdonnerstag über Nelkensamstag und Rosenmontag bis zum Veilchendienstag.

Helau und Alaaf!!! Habt alle einen schönen Karneval,

eure Polly

Mehr Infos gibt es hier auf Wikipedia, der Quelle für diese Zusammenfassung.

 

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4 Gedanken zu “Rund um Fasching I

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