…neulich gehört…und Kopf geschüttelt…

….im Bezug auf unsere „moderne Pädagogik“:

„Der Kindergarten ist eine Gemeinschaftseinrichtung und kein Individualitätsförderverein…“

„Das Leben ist hart und kein Zuckerschlecken…in der Schule wird dann auch nicht mehr gefragt…“

„Das machen wir ,weil ich es sage…“

„Das gilt für alle…“

„Wir geben die Struktur vor…“

„Kinder wissen doch gar nicht was gut für sie ist…“

„Ich möchte, dass die Kinder dieses und jenes machen… und dann das… und dann das…“

„Ich möchte, dass die Kinder lernen schön zu spielen…, das war kein schönes Spiel…“

„Die Kinder spielen noch genug…“

„Das müssen sie lernen…“

„Die meisten Familien vermitteln ihren Kindern keine Regeln und Regelmäßigkeiten mehr…deshalb sind wir in der Pflicht…“

„Ja…vielleicht…. aber jedes Kind ist anders. Und heute versucht man Kinder über ihre Stärken zu stärken… und  nicht immer nur das zu sehen, was sie noch nicht können. Jeder lernt anders. In eigenem Tempo. Und was dem einen bekommt, ist für den anderen vielleicht nicht gut und umgekehrt…Wollen wir später nicht selbstdenkende  Mitglieder einer Gesellschaft und keine Marionetten???“

Weiter sage  ich… und da geben mir viele Wissenschaftliche Studien recht: 

Kinder kommen als kompetente, individuelle Wesen zur Welt, die von Anfang an, an all ihren Bildungs-, Erziehungs- und Entwicklungsprozessen beteiligt sind. Der Erwachsene hat nicht die alleinige Expertenrolle inne! Vielmehr ist das Lernen ein laufender Prozess, geprägt vom gegenseitigen Dialog miteinander.

Achtung, Wertschätzung, Kinder wahrnehmen, ernst nehmen, Respekt, freie Entfaltung, Wahlmöglichkeiten, Mitsprache, Geborgenheit, Wechselspiel zwischen Lehren und Lernen, Zusammenspiel mit anderen….und noch viel, viel mehr tragen zur Persönlichkeitsentwicklung der Kinder bei.

Aber mit Sicherheit kein Gießkannenprinzip, bei dem der Kaktus genau soviel Wasser bekommt, wie die Seerose…. oder der Waldfarn die volle Sonnendosis des Orangenbäumchens… 

 

….Puuuhhh…  

..auf einen weiteren Tag im Kampf gegen Windmühlen… 

Vor langer Zeit haben es Pädagogen doch auch geschafft, ohne die Prügelstrafe auszukommen…zum Glück… die Zeiten ändern sich…weil moderne Pädagogik anders geht…und sich immer weiter wandelt und reflektieren muss…

Es gibt also noch Hoffnung, auch für einen angemessenen Platz von Individualität und Selbstbestimmung in einer dennoch sozial funktionierenden Gemeinschaft… und für mich…

Ich frage mich manchmal, vor was einige Pädagogen so Angst haben… vor einer Beschneidung ihrer  eigenen Machtkompetenz…? 

…Auf geht’s Polly…genug gejammert!

Euch allen einen schönen Tag… und mir einen kurzen 😀 😉 

 

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30 Gedanken zu “…neulich gehört…und Kopf geschüttelt…

    • Ich habe auch einige Bücher von Krenz zuhause. Am Ende muss sich jeder Pädagoge ein eigenes Konzept aus den vielen Empfehlungen zusammenstellen, mit dem er gut arbeiten kann. Wichtig ist aber immer darauf zu achten wer dabei im Vordergrund steht. Das Kind oder meine eigenen Interessen. …leider ist oft das letzte der Fall. Viele Kollegen wollen den Kindern etwas „lernen“, sind aber selbst nicht bereit dazuzulernen und sich weiterzuentwickeln…

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      • Oh, ich hatte gerade heute ein Kind, das weinend nach „Mami“ rief und nicht zum Schwimmen wollte und die Erzieherin redete beständig auf es ein, dass das Schwimmen ganz schön ist! Und schob es dabei zum Schwimmlehrer (es wäre anstrengender und zeitintensiver gewesen, herauszufinden, was denn die Ursache/der Hintergrund ist. So sollte mal jemand mit uns Erwachsenen umgehen, dass würde doch keiner mitmachen. Aber den Kleinen bleibt ja nicht viel übrig!

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  1. Immer spielt der Machtfaktor mit. Wer hat mehr Recht? Die Kindergarten-Pädagogin oder die Eltern? Wer hat mehr zu sagen? Wer hat die Weisheit mit Löffeln gefressen?
    Was ich im Laufe der Jahre an Pädagogen im Kindergarten und Schule erlebt habe ist unglaublich. Ich bin froh, dass meine Kinder aus dem System bald raus sind. Zum Glück gibt es aber auch sehr gute Lehrer/Pädagogen die Kinder einfach Kinder sein lassen……
    Ich habe allerdings auch Eltern erlebt die ich im Leben nicht mehr wieder treffen möchte.Die der Meinung sind ihr Kind dürfe alles, schließlich müsse es sich im späteren Leben auch durchsetzten können. Leider sind mir die ein oder anderen immer wieder begegnet. 😦
    Tief durchatmen!

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    • Das Bild vom Kind hat sich gewandelt. Natürlich darf niemand immer nur machenwas er will. Aber ich muss lernen selbst zu entscheiden was richtig und falsch ist. Selbst verantwortlich zu handeln. Das kann ich nur, wenn ich auch einmal Fehler machen darf, wenn ich selbst Entscheidungen treffen darf und sie mit ihren Konsequenzen erlebe. Wir Erwachsenen sind dann wirklich gefordert, wenn die Entscheidungen der Kinder ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen gefährden würden. Ansonsten sind wir Unterstützer und Begleiter. Aber nicht wie früher die alleinigen Bestimmer. Ich kann nicht in ein Kind hineinschauen. Deshalb bin ich auch auf seine Signale angewiesen, zu erkennen was es braucht. Und diese gilt es aber ernst zu nehmen. Ich verstehe nicht, warum so viele Erwachsene den Kindern ihre eigenen Bedürfnisse aufzwingen wollen.

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      • Ich glaube bei vielen ist es der übertriebene Beschützerinstinkt. Die berühmten Helikoptereltern 😦 Außerdem, wenn man das Kind entscheiden lässt, muss man u.U. mit den Konsequenzen leben und das dürfte manchem Erwachsenen schwer fallen 🙂

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  2. Jeder Ratgeber kann nur ein Themenaufzeiger sein, da spätestens am realen Kind jede Vorgabe scheitern wird. Wenn ich deine Sätze so lese, die du aufgeschnappt hast, ist das nicht so weit weg von meinen Erfahrungen eines Kindergartens meiner Zeit in den 60ern. Schlimm genug, auch wenn nicht mehr gehauen wird.

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    • Da hast du recht. Es ist traurig, wie wenig sich die Verantwortlichen wirklich Gedanken um die Kinder machen. Und wie wenig sie an neuen Erkenntnissen umsetzen wollen. Kinder von heute leben einfach anders als noch vor 30 Jahren. Und deshalb brauchen sie auch andere Impulse. Was heute als richtig angesehen wird, ist in 30 Jahren auch nicht mehr aktuell. Alles ist in steter Weiterentwicklung. Da darf ich als Pädagoge nicht stehenbleiben… leider sind bei meinen Kollegen einige noch keine Schritt weiter als vor etlichen Jahren…

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  3. Du hast sehr „WAHR“ geschrieben. Es hat leider keinen Nutzen, weder für die Kinder noch für Dich. Das Schulsysthem hat seine Wurzeln in der Vergangenheit! Fiedrich der G…….1918, 1933, 1939 und 1945! Ich habe mich entschlossen Lehrer nicht mehr zu mögen. Ausnahmen mach ich trotzdem;-)

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      • Meine Tochter ist kurz vor dem Abitur. Sie hat das fünfte mal das Dritte Reich! Leider wird nicht über die Schule im Dritten Reich geredet und den Folgen daraus. Schule hatte damals Recht und hat es auch Heute! Leider wird eine Chance nicht genutz um in ECHT zu lernen! Viele Grüße M.

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        • Echt jetzt, boah ey, fünf mal. Nein, ganz ernsthaft, ich dachte, das hätte sich in 35 Jahren geändert! Wir hatten damals Geschichte, und zwar die Menschheitsgeschichte in der Zeit von -50.000 bis 1931 in 5. + 6. Schuljahr, danach im 7., 8., 9. und 10. die Zeit von 31 bis 45, um dann im 11. und 12. Schuljahr das Wissen in Sozialkunde nochmals zu vertiefen … (NRW) 😉
          BG

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        • ja… sich zu verändern…oder sich weiterzuentwickeln ist ihnen wohl zu unbequem… da bleibt lieber immer alles so, wie es eh und je schon war… das ist halt einfach…und man müsste sich auch nicht eingestehen, dass man eben nicht immer alles zeitgemäß und richtig gemacht hat. Am Schlimmsten finde ich gar nicht, dass wir alle Fehler machen oder gemacht haben. Sondern die Ignoranz, dass niemand unfehlbar ist…… und die daraus resultierenden ungenutzten Chancen Dinge einfach zu verbessern. Vor allem, wenn die Forschung und die Wissenschaft und die Praxis uns eines besseren belehren…

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          • Klar ist es nicht einfach, aktuelle Erziehungskonzepte durchzuziehen, aus den Gründen, die du nennst und auch wegen des Gegenwindes, der dann oft von Kollegen kommt. Grad deswegen find ich es so schön (und respektabel) dass es eben Leute wie dich in dem Beruf gibt und so schade (vor allem, weil das im Endeffekt ein sozial- strukturelles Problem ist) dass das bis heute nicht zu allen durchdringt. Es sollte eigentlich nicht so schwierig sein bzw. nicht so schwer gemacht werden, in der Pädagogik mit aktuellen Erkenntnissen zu arbeiten.
            Es sollte einfach nicht nötig sein, da Selbstschutzmechanismen, wie du sie aufgezählt hast, aufzubauen…

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  4. Ich habe noch ein Foto, wo ich todunglücklich gucke im Kindergarten – mit einem Ball in der Hand.
    Das war vor über 60 Jahren.
    Inzwischen weiß man (hoffentlich) wie Kinder erzogen werden.
    Ihre Stärken erkannt werden und gefördert.
    Ihre Vorlieben erkannt werden.
    Jeder Mensch ist ein Individuum.
    deine Bärbel

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  5. anettburri schreibt:

    Ich glaube es kommt immer auf die Kindergärtnerin drauf an. Wir haben ein Glückslos und sie fördert vor allem die Stärken des einzelnen Kindes. Das ist allerdings nicht der Regelfall. Traurig aber wahr. Ich hoffe ja immer noch das in Schule und Schulsystem endlich mal ein umdenken passiert….

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