Seelenfrost

Quälend und gnadenlos hast du mich im Griff.

Lauerst in jedem Körnchen Stille,
in jedem Schnipsel Traum,
in jedem Hauch von Müßiggang.

Entführst meine Gedanken immerfort.

Nutzt jede Chance aus.

Du lockst meine Seele die eisigen Pfade entlang.

Verführst mich mit süßen Düften aus Vergangenheit.

Deine kalten Klauen streicheln meine Wunden,
bohren sich  immer tiefer in mein Fleisch.

Ein unerreichbares Glühen
zieht mich
immer weiter in die Dunkelheit.

Ich folge dir.

Für einen Funken Hoffnung,
für einen Fetzen lieblicher Erinnerung.

Mein Gehirn gehorcht mir schon lange nicht mehr.

Es gibt weder Vernunft,
noch Widerstand.

Willenlos gehorche ich.

Du legst mich in frostige Ketten.

Mein Herz ist blind,
gefangen im Eis.

Geschnürt mit deinen Versprechungen,
die meine Sehnsucht ins Unermessliche treiben.

Und sich doch nie erfüllen.

Meine Seele existiert nicht mehr.

Sie ist schon lange vor meinem Körper gegangen.

Konserviert bleibt einzig und allein der Schmerz.

Von Ferne vernehme ich meine Stimme.

Ein Echo aus einer längst vergangenen Zeit.

Lass los!

Quelle: Pixabay

Polly

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10 Gedanken zu “Seelenfrost

  1. Liebe Polly, ich wünsche dir, dass du loslassen kannst, falls du selbst dir das wünschst. Ich kann es derzeit (noch?) nicht, und ich weiß nicht einmal, ob ich es wirklich möchte. Denn wenn ich loslasse, ist ja wirklich alles, alles aus, auch in mir drin, unwiederbringlich, für den Rest meines Lebens. Und vielleicht länger. Nein, ich weiß nicht, ob ich das möchte. Mein Schmerz verbindet mich ein letztes Stückchen mit meiner Liebe. Er IST meine Liebe – oder zumindest alles, was von ihr übriggeblieben ist. Für Liebende gibt es kein Happyend.

    Gefällt 2 Personen

    • Liebe Elke, ich verstehe dich so gut. Und mir geht es da ganz ähnlich wie dir. Ich möchte einerseits loslassen, vom Schmerz und von dem ganzen Kummer. Aber im Moment ist das das einzige, was Mike und mich immer wieder zusammen führt. Die körperlichen Qualen will ich nicht…. dafür sehne ich mich nach schönen Momenten mit Mike… und das sehnen tut weh, solange es unerfüllt bleibt. Das eine greift ins andere, solange das Gefühl füreinander besteht… solange habe ich trotzdem immer Hoffnung…. sie lässt mich nicht los…
      Alles liebe für dich Elke. Für alles gibt es ein Ende. Auch für liebende. Manchmal auch ein Happyend. Ich wünsche dir, dass du deine liebe zu deinem Mann immer weiter im Herzen trägst, und eines Tages aus ihr neue Kraft schöpfen kannst.

      Gefällt mir

  2. Loslassen ist schwer. Ich empfinde es genauso wie du, meine liebe Polly. Es zieht an einem wie eine Stahlkugel, die man am Bein hat. Die Gedanken sind immer da, versuchen einen festzuhalten, wie diese Kugel.
    Ich verbinde deinen Text mit Abschied nehmen. Auf eine andere Weise bin ich auch schon oftmals verlassen worden und es tut sehr weh.

    Zwischen Licht- und Schatten

    „Das Geschenk der Freundschaft
    Hab ich durch dich erlebt
    Hab an kein Ende gedacht
    Die Zukunft schien zum Greifen nah
    Alles was schön ist
    Geht leider viel zu schnell vorbei
    Wie ein Freund der plötzlich geht
    Was bleibt ist Dankbarkeit

    Zwischen Licht und Schatten
    Das Leben geliebt und gelebt
    Wir haben gelacht und getanzt
    Uns unsterblich gefühlt
    Zwischen Licht und Schatten
    Hast so vieles in mir bewegt
    Du bleibst ein Teil meines Lebens
    Es fällt schwer, mit dem Schicksal umzugehen“
    Unheilig

    Gefällt 1 Person

Was sagst du dazu? Bin sehr gespannt :-)

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