Über den Baumschmuck

Meine Lieben,

Ich habe noch von meiner Großmutter einen wundervollen Christbaumschmuck, der dieses Jahr zum Einsatz kommen soll. Als ich die unzähligen Schächtelchen hervorholte, entdeckte ich neben den klassischen Kugeln glitzernde Fische und Vögel. Posaunen und Engel, ja gar einen Pfau!

Sofort habe ich mich gefragt, ein Fisch am Weihnachtsbaum? Ist das nicht neumodischer Schnickschnack? Das gehört doch sicher nicht in ein Schächtelchen mit fast hundertjährigen Glaskugeln?

Meine Neugier hat mich dazu gebracht in den Weiten des Internets zu recherchieren. Besonders über die symbolische Bedeutung von unterschiedlichem Baumschmuck. Und was soll ich sagen? Ich habe ihn gefunden! Den Fisch.

Wie es um ihn steht? Lest selbst 🙂

Quelle: Pixabay

Während die ersten Weihnachtsbäume noch mit Naschwerk, Früchten  und Nüssen behangen waren, kamen ab 1611 die Kerzen, um 1830 geblasene Glaskugeln und 1878 das erste Lametta zum Einsatz.

Bis weit ins 19 Jahrhundert wurde der Schmuck für den Christbaum von vielen Familien jedes Jahr selbst hergestellt.

Noch um 1800 war Gebäck als Baumbehang sehr beliebt. Verschiedene Motive wurden hier verwendet, die dem jeweiligen Zeitgeist entsprachen und nicht unbedingt etwas mit Weihnachten zu tun haben mussten. Neben Gebäck gab es auch Figuren aus Zuckermasse und Marzipan. Der essbare Baumschmuck war gut selber herzustellen. Und der Zuckerbaum war etwas ganz Besonderes in der Weihnachtszeit.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde immer häufiger auch Papier und Pappe zur Herstellung von Baumschmuck verwendet. Selbstgebastelte Girlanden, oder industriell hergestellter Schmuck aus Pappmache waren im Trend. Ebenso Pappgebilde aus Metallimitat.

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts etablierte sich auch der Glasschmuck, der in Thüringen in Heimarbeit hergestellt wurde. Mit einer Zinn-Blei-Versiegelung wurde die Oberfläche der Kugeln verspiegelt. Man tauchte die Kugeln in Farbe und versah sie mit Glitzerpartikeln. Es wurden aber nicht nur Kugeln, sondern alle möglichen Figuren und Formen aus Glas hergestellt.

Viele Figuren und Motive sind typisch für den Baumbehang und haben einen tieferen Symbolgehalt.

Äpfel stehen für Fruchtbarkeit und erinnern an das Paradies. Eine alte Legende verspricht: Wenn ein Mädchen am ersten Weihnachtsfeiertag in der Haustür stehend einen Apfel isst, dann wird der erste junge Mann, der an ihr vorbeigeht, ihr Verehrer.

Die Christbaumkugel heute symbolisiert diese Apfelform. Die „perfekte“ Form ohne Anfang oder Ende gilt auch als Symbol für die Vollkommenheit Gottes, die Ewigkeit, Lebendigkeit und Fülle.

Engel gelten als göttliche Boten. Sie vermitteln zwischen den beiden Sphären Himmel und Erde.

Trompeten und Posaunen waren die Instrumente der Engel. Sie stehen daher für das Überbringen guter Nachrichten. Kaiser, Könige und sehr hohe Würdenträger werden seit jeher mit Trompeten und Posaunen angekündigt. Auch der alte Brauch, böse Geister mit Getöse und Lärm zu vertreiben, findet sich im Symbol der Blasinstrumente.

Die Glocken verkünden die frohe Nachricht der Geburt Christi, aber die Menschen auch zur Wachsamkeit aufrufen. Das Glockengeläut warnte  auch vor Gefahren, weshalb die Glocken auch als Unglücksverhüter gelten. Sie verbinden Himmel und Erde und stehen für Harmonie, Frieden und Freude.

Nüsse und Tannenzapfen sind Symbole der Fruchtbarkeit und erinnern an die Natur. Nüsse stehen aber auch für den Ratschluss Gottes, denn ihr Kern ist dunkel und verborgen und schwer zu begreifen. Gold lässt sie  strahlend und lebendig wirken. Die Tannenzapfen stehen für die Jungfräulichkeit Marias. Als Eiszapfen verziert symbolisieren sie den Winter.

Kleine Geschenkpäckchen sind Zeichen für Nächstenliebe und Hingabe. Für Christen ist Jesu Geburt das größte Geschenk. Am Weihnachtsbaum  erinnern sie  auch an die Gaben der Heiligen drei Könige.

Auch verschiedene Vögel finden sich unter den Schmuckfiguren für den Weihnachtsbaum. Störche sind Frühjahrs- und Glücksboten, Tauben gelten als Friedensbringer, Eulen stehen für Weisheit und Käfigvögel für Häuslichkeit. Dem Rad schlagenden Pfau werden alle möglichen Zauberkräfte nachgesagt.

Fische symbolisieren Wasser, Lebendigkeit und Fruchtbarkeit. Als Erkennungszeichen der Urchristen sind sie deshalb auch für den Christbaum ein beliebtes Sinnbild. Laut Bibel speiste Jesus mit wenigen Fischen eine Vielzahl von Menschen – ein Zeichen gegen Hunger und Armut.

Ein Stern an der Spitze des Baumes erinnert an den Weihnachtsstern, der den Königen den Weg zur Krippe wies. Als Stern von Bethlehem, der oft auch als großer, 8-strahliger Stern dargestellt wird entsprach er den acht Speichen des natürlichen Jahresrades. Der Stern selber war das Sonnensymbol. Als Zeichen der Hoffnung auf ein gutes Schicksal, symbolisieren Sternanhänger aber auch den Wissensschatz der Astrologie. Strohsterne sind ein Zeichen dafür, dass das Jesuskind in einer Krippe zur Welt kam. Anfangs auf Stroh gebettet, erstrahlte es später als Retter der Welt in hellem Glanz. Die Strohsterne bringen beides zusammen – die Geburt in Niedrigkeit und die Auferstehung in Herrlichkeit.

Herzen stehen für Liebe, Freude und Lebenskraft. Auch andere Glückssymbole finden sich an vielen Weihnachtsbäumen. Wie etwa der Marienkäfer. Als „Herrgottskäfer“ bringt er frohe Botschaften vom Himmel. Geldsäckchen am Baum verheißen finanziellen Wohlstand. Fliegenpilze galten ursprünglich als „heilige Pilze“ und die Schamanen nutzen sie für ihre visionären Trance-Reisen in die Vergangenheit oder Zukunft.

Auch anderer Baumschmuck ist nicht ohne Symbolgehalt. So steht Lametta für die winterlichen Eiszapfen und die Kerzen am Baum für das Licht, das mit dem Gotteskind in die Welt gekommen ist.

Polly

Als Quelle diente mir die Seite der Weihnachtsstadt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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3 Gedanken zu “Über den Baumschmuck

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