Ich mag: James Krüss

Er ist der Vater von Timm Thaler, dem Jungen, der sein Lachen an den Teufel verkauft, und im Gegenzug dazu jede Wette gewinnt.

Dies ist nur eine der faszinierenden Geschichten von James Krüss, einem deutschen Dichter und Schriftsteller. Ebenfalls berühmt wurden viele seiner Kindergedichte, wie zum Beispiel:102 Gespensterchen

Sicher haben manche seiner Verse den ein oder anderen von uns durch die Grundschulzeit begleitet. Und auch im Kindergarten verwende ich gerne Gedichte von Krüss um die Kinder zu erheitern.

James Jacob Hinrich Krüss wurde am 31. Mai 1926 auf Helgoland geboren und wuchs dort auf. Nach dem Abschluss der Mittelschule wollte er Lehrer werden, und besuchte mehrere Lehrerbildungsanstalten in Lunden, Ratzeburg und Braunschweig, bevor er sich 1944 in die Luftwaffe eintrat.

Nach dem Ende des Krieges, wo er sich in Aussig im Sudetenland aufhielt, konnte er zu Fuß oder mit dem Rad seine Eltern in Cuxhaven besuchen. Eine Rückkehr nach Helgoland war der Familie nicht möglich, denn die Insel war weiterhin militärisches Übungsgelände.

Sein erstes Buch „Der goldene Faden“ erschien 1946 und Krüss begann ein Studium an der Pädagogischen Hochschule in Lüneburg. Er bestand sein Examen als Volksschullehrer wurde aber nie als solcher tätig. Nach seinem Studium zog James Krüss nach Reinbeck bei Hamburg und gründete die Zeitschrift Helgoland für die von der Insel vertriebenen Einwohner, die bis 1956 existierte. Im Jahre 1949 ging er jedoch in die Nähe von München.

Hier schrieb er Hörspiele für Kinder und sein erstes Kinderbuch. ( „Der Leuchtturm auf den Hummerklippen“) 

Während seiner zahlreichen Reisen nach Italien und Jugoslawien traf er auf Peter Hacks, mit dem er gemeinsam seine ersten Kindergedichte schrieb.

Für das Buch “ Mein Urgroßvater und ich“, bekam Krüss 1960 den Deutschen Jugendbuchpreis und wurde mit einem Schlag bekannt.  Zwei Jahre später erschien sein wohl populärstes Buch: „Timm Thaler“, welches auch als Serie verfilmt wurde. 

1965 erwarb er ein Haus auf Gran Canaria ein Haus, wo er bis zu seinem Tod 1997 lebte. James Krüss wurde am 27. September vor seiner Heimatinsel Helgoland auf See bestattet.

Auf Helgoland gibt es mittlerweile, in zwei nachgebauten Hummerbuden, auf dem Hof vom Museum Helgoland ein kleines James-Krüss-Museum, außerdem tragen sieben deutsche Schulen seinen Namen.

Eure Polly

(Als Quelle fungierte wieder einmal Wikipedia)

Passend zu den Weihnachtstagen, hier die Antwort darauf, warum nach Heilig Abend die Süßigkeiten am Baum spurlos verschwinden…

Die Weihnachtsmaus

von James Krüss

Die Weihnachtsmaus ist sonderbar
(sogar für die Gelehrten),
Denn einmal nur im ganzen Jahr
entdeckt man ihre Fährten.

Mit Fallen und mit Rattengift
kann man die Maus nicht fangen.
Sie ist, was diesen Punkt betrifft,
noch nie ins Garn gegangen.

Das ganze Jahr macht diese Maus
den Menschen keine Plage.
Doch plötzlich aus dem Loch heraus
kriecht sie am Weihnachtstage.

Zum Beispiel war vom Festgebäck,
das Mutter gut verborgen,
mit einem mal das Beste weg
am ersten Weihnachtsmorgen.

Da sagte jeder rundheraus:
Ich hab‘ es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen.

Ein andres Mal verschwand sogar
das Marzipan von Peter;
Was seltsam und erstaunlich war.
Denn niemand fand es später.

Der Christian rief rundheraus:
ich hab es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!

Ein drittes Mal verschwand vom Baum,
an dem die Kugeln hingen,
ein Weihnachtsmann aus Eierschaum
nebst andren leck’ren Dingen.

Die Nelly sagte rundheraus:
Ich habe nichts genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!

Und Ernst und Hans und der Papa,
die riefen: welche Plage!
Die böse Maus ist wieder da
und just am Feiertage!

Nur Mutter sprach kein Klagewort.
Sie sagte unumwunden:
Sind erst die Süßigkeiten fort,
ist auch die Maus verschwunden!

Und wirklich wahr: Die Maus blieb weg,
sobald der Baum geleert war,
sobald das letzte Festgebäck
gegessen und verzehrt war.

Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus,
– bei Fränzchen oder Lieschen –
da gäb es keine Weihnachtsmaus,
dann zweifle ich ein bißchen!

Doch sag ich nichts, was jemand kränkt!
Das könnte euch so passen!
Was man von Weihnachtsmäusen denkt,
bleibt jedem überlassen.

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10 Gedanken zu “Ich mag: James Krüss

  1. Ein schöner und bildender Exkurs über einen wirklich lesenswerten deutschen Schriftsteller. Ich mag die Art zu schreiben von James Krüss auch. Reinbek (bei Hamburg) schreibt man mittlerweile übrigens ohne das c. Dort gibt es in der Vorweihnachtszeit einen sehr schönen Weihnachtsmarkt direkt vor dem Reinbeker Schloß gelegen. Falls du mal einen Ausflug planen solltest … 😉

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