Rund um St. Nikolaus

Für die Figur des Nikolauses gibt es im Grunde zwei Persönlichkeiten , die als Ursprung in Frage kommen: Zum einen der Bischof Nikolaos von Myra, der Ende des 3. Jahrhunderts lebte und zum anderen der um 550 lebenden Abt Nikolaus von Sion, Bischof von Pinora.

Die meisten, uns bekannten Legenden, die mit dem heutigen Nikolaus in Verbindung gebracht werden, erzählen jedoch vom Bischof von Myra.

Er ist einer der bekanntesten Heiligen. Sein Gedenktag, der 6. Dezember, wird im gesamten Christentum mit zahlreichen Volksbräuchen begangen.

Ursprünglich war dieser Tag auch der Tag der Weihnachtsbescherung, wie es heute in einigen Ländern noch der Fall ist. Erst im Zuge der Reformation wurde die Bescherung in vielen Ländern auf Weihnachten verlegt mit dem Christkind als Gabenbringer.

Legenden:

Nikolaus und das Kornwunder

Es war eine große Hungersnot, als der Bischof von Myra von einem Schiff hörte, das im Hafen vor Anker lag. Es hatte an Bord Getreide für den byzantinischen Kaiser geladen. Nikolaus bat die Seeleute, einen Teil des Kornes auszuladen, um den hungernden Menschen zu helfen. Diese lehnten aber ab, da das Korn auf das Gramm genau abgewogen war und beim Kaiser abgeliefert werden müsse.
Erst als der Bischof ihnen versprach, sie würden für ihre Hilfe keinen Schaden nehmen, willigten sie ein.
Als das Schiff in der Hauptstadt ankam, stellte die Besatzung verwundert fest, dass sich das Gewicht der Ladung trotz der entnommen Menge Korns nicht verändert hatte. Das entladene Getreide in Myra aber reichte zwei Jahre. Und sogar noch für die Aussaat.

Die Rettung des ertrunkenen Sohnes

Ein Vater pilgerte mit seinem Sohn nach Myra, um der Kirche einen wertvollen Kelch zu stiften. Bei genauerer Überlegung erschien ihm der Kelch aber doch zu wertvoll, und er ließ einen billigeren anfertigen.
Während der Überfahrt nach Myra bat der Vater den Sohn, mit dem ersten, wertvolleren Kelch etwas Wasser aus dem Meer zu schöpfen. Doch der Sohn fiel dabei über Bord und verschwand in den Wellen.
Als nun der Vater schließlich, in Myra angekommen war und den zweiten Kelch auf den Altar der Nikolauskirche stellen wollte, fiel dieser immer wieder herunter.
Mit einem Mal stand der verschollene Sohn mit dem ersten Kelch in der Kirche und erzählte, dass der heilige Nikolaus ihn gerettet habe. Aus Dankbarkeit über dieses Wunder stiftete der Vater beide Kelche.

Der Nikolaustag ist mit vielen Bräuchen verbunden. Die Befragung der Kinder durch den Nikolaus, ob sie denn auch brav und fromm gewesen seien, geht auf das „Gleichnis von den anvertrauten Talenten“ (Mt. 25, 14-30) zurück, welches einst für diesen Tag als Lesung in der Kirche vorgesehen war.

Das Befüllen von Schuhen, Tellern, Strümpfen oder Ähnlichem, entwickelte sich im 15. Jahrhundert. Dieser Brauch basiert auf der Legende von den drei Jungfrauen, die nachts vom heiligen Nikolaus beschenkt wurden.
Persönlich tritt der Nikolaus erst seit dem 17. Jahrhundert auf. Oft wurden ihm Negativgestalten als Begleitung zur Seite gestellt. Diese gehen auf  verschiedene vorchristliche Mythen zurück und stellen „das gezähmte“ und auch „das projizierte Böse schlechthin“ dar. 

Die Schreckgestalten bestraften unartige Kinder, welche vom Bischof gestellte Fragen nicht beantworten konnten. Für die frommen und artigen Kinder, teilten sie Belohnungen aus. Bekannte Gefährten des Nikolaus sind z.B. Knecht Ruprecht, Zwarte Piet, Hans Muff, Pelznickel oder Krampus.

In vielen Erzählvarianten beschenkt und lobt der heilige Nikolaus die guten Kinder, während er die bösen tadelt und gar durch Schläge mit einer Birkenrute bestraft, oder in seinen Sack steckt. Auskunft über die Kinder bekommt der Nikolaus durch sein „goldenes Buch“.

Weitere Bräuche waren der „Kinderbischof“ der in mittelalterlichen Klosterschulen gewählt wurde. Während seiner „Amtszeit“ bis zum Weihnachtsfest durfte er den Erwachsenen predigen und ihr Verhalten tadeln.

Beim „Schiffchensetzen“ bastelte man seit dem 15. Jahrhundert  Nikolausschiffe, in die der Heilige seine Gaben legen soll. Als Hintergrund hierfür wird Nikolaus als Patron der Seeleute herangezogen. Als klassische Gaben werden Nüsse, Mandarinen, Schokolade, Lebkuchen usw. genannt. Außerdem gibt es morgens oft ein aus Hefeteig gebackenes Gebildbrot.

In einigen Ländern jagen die „Krampusse“ schon am Vorabend, dem 5. Dezember kettenrasselnd durch die Dörfer und erschrecken Kinder und Erwachsene, noch ungezähmt vom Nikolaus vor dessen Erscheinen. In anderen Gebieten wird in der „Küssnacht“ beim „Chlausjagen“ der „Samichlaus“ durchs Dorf getrieben.

Weiter gibt es unzählige frühwinterliche Bräuche und Gestalten. Mit Pelzen, Masken und Stroh verkleidet treiben sie in den Rauhnächten ihr Unwesen, nicht nur in der Nikolauszeit.

Mancherorts wird der Nikolaus aber auch von Engeln unterstützt, von der „Butzenbercht“ oder gar vom „Nikoloweibl“.

In einigen Städten ziehen verkleidete Kinder am Nikolausabend von Haus zu Haus. Die Kinder sagen Verse auf, und die Bewohner versuchen zu erraten, wer unter dem Nikolauskostüm steckt. Anschließend schenken sie kleine Gaben.

Mit diesen Informationen wünsche ich euch allen einen schönen Nikolaustag, und volle Stiefel!

Eure Polly nicholas-5501_960_720

Als Quelle diente mir die Seite der EKD und Wikipedia

 

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