So schreibt Polly

So.

Nun sitze ich hier, und starre mein Laptop an. Eigentlich will ich gerade eine neue Geschichte aus dem Geliebten Leben schreiben. Aber die Worte wollen nicht in meine Finger, geschweige denn auf den Bildschirm.

Sie schwirren einfach nur in meinem Kopf herum. Unfähig sich zu ordnen. Zusammen mit den tausend Erinnerungen an dich und unsere Zeit. Ein heilloses Durcheinander, das ich versuche unter Kontrolle zu bringen.

Mein Hirn will mir einfach nicht gehorchen. Es bleibt nicht bei der Sache. Schweift ab, träumt vor sich hin… drückt auf die Tränendrüsen und lähmt meine Finger. Meine Stimmung verlangt nach Glücksmolekülen aus Schokolade und Eis…

So ganz will es mir heute nicht gelingen, von uns zu erzählen. Meine Erinnerung verschwimmt mit meinen Sehnsüchten und Wünschen. Verwandelt sich in meinem Kopf in ein Märchen aus Philosophie und Realität.

Ich schleiche mich davon. Schweife ab. Zu dir, zu uns. Spinne Geschichten weiter, die geschehen sind, und wie sie hätten sein sollen können.

Harmonie pur, Zuckerwatteseifenblasenherzchen vernebeln mir die Sinne. RosaroterBrillenblick… was für eine Schnulzensch…e…..!

Schluss damit!!!

Das will ich nicht.

Es strengt mich so an! Und macht mich traurig. Ich will von unserer Affäre erzählen. So wie es sich zugetragen hat.

Wie wunderbar es war, und wie schmerzhaft zugleich.

Dazu muss ich mich erinnern. Das tut auch weh. Ich darf nicht zu viel träumen und wünschen. Und doch falle ich immer wieder in meine Sehnsucht nach dir. Ich erinnere mich an alles Schöne. An deine Nähe, deinen Geruch, an Worte und Berührungen. Deine Augen! Dein Lächeln!

Und dann spüre ich erneut alles was weh tat. Höre deine Lügen, begegne der Krankheit und dem Kummer. Denke an all die traurigen Begebenheiten…und dann vermisse ich dich so.

Ich merke, wie sich meine Augen mit Tränen füllen.

So sehr es mich auch befreit, über uns zu schreiben, so sehr es mir auch hilft, alles in mir zu sortieren! Genauso quälend ist es auch für mich!

Weil ich fühle. Weil es meine Geschichte ist. Unsere.

Und vieles erlebe noch einmal ganz intensiv. In meinem Kopf, in meinem Herzen. Dann kann ich nur kurze Passagen schreiben, bevor mich meine Gefühle überrollen.

Diese Erlebnisse sind so anders aufzuschreiben, als alles andere über was ich berichte. Wie leicht gehen mir doch Gedichte von der Hand, fiktive Geschichten. Artikel über dies und das… wie leicht male ich!

Aber wir….Es ist und bleibt besonders.

Trotzdem will ich weiterschreiben. Möchte unsere Liebe weitererzählen. All ihren Zauber und ihre Verwirrungen. Es ist nicht nur für das stille Kämmerlein geschehen.

Es tut mir gut, unsere Freude und unser Leid mit anderen zu teilen.

Und so geht es weiter beim Geliebten Leben, mit unserer Geschichte. Nicht immer holterdipolter, aber peu a peu… Stück für Stück…… Mit dir und mir.

Polly

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8 Gedanken zu “So schreibt Polly

  1. Oh, Polly, ich kenne das. Wenn alles aus ist, unwiederbringlich und ohne jeden Zweifel für den Rest des eigenen Lebens (ein bisschen hoffe ich auf ein Danach), dann bleiben nur Sehnsucht und Tränen. Sehnsucht selbst nach den Momenten des Streits und der Disharmonie, denen doch immer wieder die Chance der Versöhnung innewohnte. Sehnsucht nach Berührung, nach Gespräch, nach dem Lachen, dem Schweigen, Sehnsucht selbst nach früher durchlebten Sehnsüchten, die noch voller Hoffnung waren. Sehnsucht sogar nach der allerletzten Nacht auf der Intensivstation, nach dem 30stündigen Abschied von einem noch warmen, beatmetem Körper, in dem vielleicht noch ein letztes Erkennen wohnte und vielleicht auch nicht. Ja, es ist leichter, fiktive Geschichten zu erzählen, wenn meine auch derzeit meist um Tod und Sterben kreisen, obwihl sie oft anders beginnen und ich es gar nicht will. Wenn dir gerade nach Weinen ist, ich weine mit. Seit dem 15. August ist kein Tag vergangen, an dem ich nicht geweint habe. Alles Gute trotzdem wünscht dir
    Elke.

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