TagesWort: Rollschuh

Heute möchte ich kurz über ein Wort schreiben, das in unserem Sprachgebrauch wohl auch bald ausgestorben sein wird. Ähnlich, wie der Plattenspieler oder der Kassettenrekorder…weil es einfach nicht mehr oft benutzt wird.

Das Wort meines Tages lautet „Rollschuh“.roller-skates-381216_640

Und ich schwelge in Erinnerungen! Heute sieht man sie kaum noch. Die echten. Mit je vier Rädern im Karree.

Jetzt sind es eher Inliner oder Rollerblades, welche die Herzen der Kinder höher schlagen lassen. Aber Inliner sind keine klassischen Rollschuhe. Trotzdem erfüllen sie natürlich ihren Zweck 😉

Ob das Fahrgefühl allerdings unterschiedlich ist, kann ich nicht beurteilen, denn ich stand nie auf diesen neumodischen Dingern. Immer nur auf den Klassikern…

Also ich hatte als Kind die „echten“.

Erst die schnöden, einfachen, mit Riemchen. Einfach über die normalen Schuhe drüberzuschnallen. Größenverstellbar versteht sich und ziemlich klapperig.

Nicht besonders schick, aber trotzdem effektiv.

Leider wuchsen sie mit, und die Aussicht auf etwas hübschere Exemplare rückte somit in weite Ferne. 

Aber es waren richtige Straßenflitzer und ich machte damit täglich Hof, Garten und Bürgersteige unsicher. Ich erinnere mich noch gut daran, wie oft ich mit aufgeschlagenen Knien und Ellbogen nach hause kam, weil ich immer zu schnell fuhr und viel zu spät bremste. Zusammen mit meiner Schwester und Freundinnen studierten wir kleine Shows ein, à la Starlight Express 😀

Irgendwann kamen dann die Rollerskates in Mode, die schon einen richtigen Schuh dranhatten, mit Stopper. Der uns regelmäßig auf die Schnauze fallen ließ…bis wir raushatten, dass man nicht in voller Fahrt damit stoppen sollte..und wofür das Ding geeignet war…. naja, wir waren halt naiv, oder auch dumm 😀

Auf jeden Fall musste ich diese hippen Rollschuhe haben. In den Achtzigern waren sie in quietschbunte Neonfarben getaucht und mit zackigen Mustern verziert.

Ich hatte mir damals ein schnittiges Set gewünscht. Bestehend aus den Rollschuhen, den farblich dazu passenden Schweißbändern für Stirn und Handgelenke und den Stulpen zum drüberziehen. 😀 Eine knackige, schwarze Polyester-Leggin und ein Ballonshirt machten das coole Outfit komplett 🙂

Dazu Wimperntusche in lila…. und Hornbrille…

Ach ja, das waren noch Zeiten 🙂 Schwelgt ihr auch manchmal in Kindheitserinnerungen?

PS.: Im Winter hatte ich übrigens schicke „Gleitschuhe“… auch größernverstellbar versteht sich. Aber das ist eine andere Geschichte.

Eure Polly

 

 

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30 Gedanken zu “TagesWort: Rollschuh

  1. nurbanales schreibt:

    Rollschuhe im Sommer und Gleitschuhe im Winter das wars. Damit bin ich durch die Welt gesaust und hatte dabei das Gefühl frei zu sein. Natürlich immer mit den echten. 🙂 Schlittschuhe und Inliner waren nichts für mich, damit bin ich immer umgefallen. Und wenn ich damit nicht unterwegs war, dann lief ich mit einem geblümten langen Rock, einem roten riesigen Dreiecktuch und einem monströsen roten Schlapphut durch die Gegend. 🙂

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  2. Huhu,
    auch ich war ganz groß im Rollschuhfahren! Ich verkrafte auch bis heute nicht ihr Aussterben und boykottiere regelrecht die modernen Sachen. Aber vielleicht muss Frau auch mal was neues probieren 🙂
    Ich schwelge auch ganz oft in Kindheitserinnerungen – sie bringen einen unheimlich weiter – auch in psychologischer Sicht…
    Ganz viele Hexengrüße von Sofia

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    • Neues muss ja nicht immer schlecht sein. Schade nur dass manch bewährtes dadurch so schnell verdrängt wird…. aber die Zeit bleibt nicht stehen. Dafür dürfen wir aber in schönen Erinnerungen schwelgen ☺

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  3. ROLLSCHUHE…. ich habe sie heiss und innig geliebt, hatte auch so ganz einfache mit Riemchen, fand ich eigentlich auch cool so, weil man sie überall dabei hatte und trotzdem noch Schuhe anhatte. Bin als Kind damit noch auf der „Hauptstrasse“ gefahren, weil es dir einzige befestigte Strasse damals war, egal, es gab ja kaum Autos.
    Gleitschuhe hatte ich auch. 🙂

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            • Ich finde schon, dass es Worte gibt, wo man es sich zweimal überlegen sollte, ob man sie ausspricht oder die Dinge anders benennt. Ich selbsttue mir sehr schwer den Schaumkuss nicht immernoch Mohrenkopf zu nennen. So hieß er bei uns. Ich bin keinesfalls rassistisch eingestellt. Ich sage Mohrenkopf völlig wertungsfrei. Ohne Absicht und Hintergedanken. Einfach so. Natürlich versuche ich dieses Wort nicht mehr zu verwenden, stattdessen Schokokuss… aber es gelingt nicht immer. Ich denke man kann es manchmal auch übertreiben. So zum Beispiel beim Sarotti-Maskottchen. Trotzdem schadet es nie, sich immer wieder Gedanken dazu zu machen und unsere Kinder zu sensibilisieren. Bei uns im Kindergarten ist es verpönt den “ Schwarzen Mann“ zu spielen. Obwohl sich die Geister scheiden, ob der Ausdruck auf einen dunkelhäutigen Mann, oder aber einfach auf einen Bergmann zurückzuführen ist. Man muss sich immer der möglichen Diskriminierung hinter Worten bewusst sein. Aber viele Begriffe haben möglicherweise auch einen anderen Hintergrund. Ich denke wir „alten“ tun uns schwer, weil wir diese Wörter gewohnt sind. Was natürlich Lernfähigkeit nicht ausschließt. In ein paar Jahren gibt es wieder eine ganz andere „Sprache“. Denn auch sie wandelt sich stetig. Jede Zeit ihre Ausdrücke. Goethe würde sich bei manchen unserer neuen Wörter im Grabe herumdrehen, würden wir den „Faust“ nachträglich mit ihnen schmücken….

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            • kinder unlimited schreibt:

              ich empfinde Mohr auch als nicht diskriminierend, Neger aber schon…wird von Nazis benutzt und auch alten Menschen hier als Abwertung von Dunkelhäutigen…habe ich neulich noch erlebt und war geschockt. Kinder können das nicht wissen, warum das Wort dann überhaupt lernen ? In Deutschland leben viele Afrikaner und wär ich einer, würde mich das stören…und nur, weil man es früher mal so sagte …

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  4. Ich blieb auch konsequent bei den Rollschuhen, wobei andere Inliner hatten. Die fuhren mir immer davon.
    Bremsen konnte ich mit beiden Schuhen mit Rollen nicht. 😉

    Hatten eure Eisgleiter eine Kufe oder vier? Kann mich erinnern, das ich welche hatte die Kufen wie Rollschuhe angeordnet hatten. Wobei die Eisgleiter ja eine lange Kufe hatten. Wo sich Eis und Schnee drunter gesammelt hatte und man nicht wirklich gleiten konnte. Das ging nur gut, wenn kein Schnee auf dem Eis war. Wobei die Eisdinger die ich hatte da super gut funktionierten und die sind auch mit gewachsen…

    Könnte mir Vorstellen das Lexika oder Duden, also Papierdinge die aktuell nur Sinn machen, weniger in den Realen stehen werden. Jeder der mit der Bertelsmann Lexikothek umgezogen ist, wird sich Papier freien Versionen wünschen…

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