Polly am Meer….oder, Urlaubsromantik

sunset-494544_640 Die folgenden Monate tat sich nicht viel. Olivia war allmählich groß genug, um vormittags ein paar Stunden die Krippe zu besuchen. Damit war Robert auch ein Stück entlastet. So wunderbar er sich auch kümmerte, tat ihm die Zeit ohne unsere Kleine gut. Wenn ich nun nach Hause kam, wartete nicht mehr so viel Arbeit auf mich. Der Haushalt war im Groben erledigt, die Einkäufe waren getätigt und ab und an auch Essen gekocht. 

Das tat auch mir gut. Robert und ich, wir hatten unseren Rhythmus endlich wiederentdeckt. Das bekam auch unserer Ehe. Ich fühlte mich wieder mehr und mehr als Frau, denn als Versorgerin. Robert warb wieder um mich, machte mir kleine Überraschungen, führte mich am Wochenende aus… Es war wunderbar! Wir beide waren auf gutem Weg, das spürte ich.

Der Sommerurlaub kam, den wir alle so dringend nötig hatten. Während Robert die letzten Wochen etliche Kontrolluntersuchungen in verschiedenen Kliniken hatte, war ich mit Olivia, Arbeit und Haushalt allein gewesen. Hinzu kam, dass meine Eltern auch mehr und mehr Hilfe für ihren Alltag benötigten.

Als einzige Tochter, die im Haus geblieben war, kümmerte ich mich um sie. Meine Schwester war schon lange nach Köln gezogen und die wenigen Male, die sie zu Besuch kam, konnte ich an einer Hand abzählen. Die Parkinson-Erkrankung meiner Mutter bestimmte mehr und mehr ihre Mobilität, und mein Vater konnte mit dieser Situation nicht umgehen. Also kochte ich immer öfters für meine Eltern mit, versorgte die Blumen im Garten (bislang Hoheitsgebiet meiner Mutter), bügelte und putzte.

Meine Mutter beschäftigte sich unterdessen mit Olivia, so gut sie es noch konnte. Mein Vater verkroch sich in seine Tischlerwerkstatt und spülte sich den Frust die Kehle hinunter… Auch das noch.

Aber ich wäre nicht Polly, wenn ich die Hände in den Schoß gelegt hätte. Ich unterstützte meine Eltern, wann immer ich konnte. Da kam die Reise an die Französische Riviera genau richtig. Diese zwei Wochen, würden nur mir und meiner Familie gehören. Ohne Arbeit, ohne Eltern, ohne Hektik und Stress. Nur Robert, Olivia und ich.

Wir hatten einen kleinen Bungalow am Rande eines romantischen Städtchens bezogen. Nicht weit vom Meer entfernt. Auch zum nächstgrößeren Ort war es nicht weit. Wir verbrachten viel Zeit damit, die Gegend zu erkunden, zu shoppen, mit Sightseeing oder einfach nur faul am Strand. Wir bauten Sandburgen, schwammen in den Fluten und sammelten Muscheln.

Es war ein toller Urlaub. Robert und ich waren uns so nahe, wie schon lange nicht mehr. Eines Abends, als wir noch spät auf der kleinen Terrasse saßen, sagte Robert plötzlich: „Prinzessin, ich weiß, dass du nicht immer glücklich bist. Ich sehe es in deinen Augen.“ Augenblicklich hatte ich einen Kloß im Hals. Er hatte recht. Was sollte ich darauf erwidern? „Es tut mir so leid Polly. Alles ist anders gekommen, als wir es erträumten. Ich wollte dir immer ein starker Mann sein. Dich beschützen, für dich sorgen… und jetzt bin ich oft eine Last. Schwach, ungerecht… Aber glaub mir, ich liebe dich. Ich möchte, dass du glücklich sein kannst…“

Bevor Robert weitersprechen konnte sprang ich auf und versiegelte seinen Mund mit meinen Lippen. Ich wollte nichts hören. Nicht das! Nein. Wie im Rausch begann ich meinen Mann an mich zu ziehen. Meine Hände fuhren durch sein Haar, meine Zunge erkundete seinen Hals, sein Ohr…seine Brust. Es dauerte nicht lange und wir hatten die spärlichen Kleidungsstücke ausgezogen.

Ich wollte ihm zeigen, dass er mein Mann war und fackelte nicht. Nackt lief ich zum Terrassenzaun, und hielt mich daran fest. Dann beugte ich mich nach vorne. Schluss mit schlechtem Gewissen. Robert nahm mich hart und wild. Seine Lenden prallten auf meinen Po, seine Finger gruben sich in meine Brüste. Ich genoss diese Stärke, diese Begierde! All meine Gefühle entlud ich in diesem Moment, als ich kam.

Als Robert schließlich auf meinem Rücken zusammensank, waren unsere Körper schweißgebadet. Erschöpft küsste er meine Wirbelsäule entlang. „Ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich…“, hauchte er bei jedem Kuss.

Wir gehörten zusammen. In guten, wie in schlechten Tagen.

Niemals würde ich ihn im Stich lassen. Er brauchte mich. Und ich brauchte ihn. Es hätte auch andersherum kommen können. Er hätte zu mir gestanden. Dessen war ich sicher.

Als wir im Bett lagen, legte ich meinen Kopf auf seine Brust. „Ich liebe dich auch. Wir halten zusammen.“

Beim Einschlafen wischte ich alle Gedanken an braune Mokkaaugen weg.

Sie hatten keinen Platz in unserem Leben.

Nein. Wirklich nicht.

Polly

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