Pollymoment: Chemo und die Sorgen

Mike,
lange habe ich nichts mehr weiter von dir gehört. Meine letzte Nachricht an dich war auch nicht gerade freundlich. Wenn du jetzt alles hinschmeißt, hast du gesagt, ist es in deiner Situation nicht einfach, von vorne zu beginnen. Wer weiß was die Zukunft dir bringt, aber du willst mich keinesfalls verlieren…
Ja… da hast du recht, wer weiß was kommt….
Ich schrieb dir, du bräuchtest dich nicht mehr zu rühren, wenn alles immer gleich bliebe… es genügt mir nicht mehr.
So habe ich empfunden, als ich die Zeilen schickte.
Frust, verletzter Stolz… keine Ahnung, was mich alles getrieben hat, so hart zu sein.
Aber ich war es.
Ich weiß, dass du gerade jetzt eine schwere Zeit durchmachst. Und, dass in den Sternen steht, ob die Chemotherapie Erfolg haben wird.
Ich wünsche es dir.
Es tut mir so unendlich leid, dass ich dir nicht wirklich helfen kann. Dass ich  deine Krankheit nicht ein Stück abnehmen kann. Mittragen kann.
Ich liebe dich so, und die Vorstellung, wie du gegen das Ertrinken kämpfst und hoffst, kein Land mehr siehst…macht mich traurig.
Ich mache mir Sorgen, auch wenn Wut in mir aufsteigt. Ich verstehe dich. Ich versuche es. Ich möchte für dich da sein. Nur wie?
Deshalb halte ich mich nun zurück. Damit helfe ich dir im Moment wohl am besten. Abstand. Ruhe. Vielleicht ist es so das Richtige. Ich habe keine Ahnung. Aber meine Wunden würden sich nur immer wieder melden. Es tut weh. So oder so. Deshalb halte ich mich daran. Ich will dir nicht noch mehr Stress machen.
Ich hätte nicht gedacht, dass noch Worte von dir kommen. Aber sie kamen.
Du antwortest noch, wenn dein Kopf frei ist. Wenn der Stress etwas nachgelassen hat. Wenn du etwas Ruhe gefunden hast. Du meldest dich.
Egal warum. Du tust es.
Ich war unendlich froh, als ich diese Nachricht las und ich vertraue darauf. Du brauchst deine ganze Kraft. Du wirst es schaffen!
Ruhe tut dir gut. Uns beiden. Unsere Gedanken zu sammeln und vielleicht Entscheidungen zu fällen. Irgendwann.
Ich denke immer an dich. Auch im Stillen. Jeden einzelnen Tag.
Polly

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4 Gedanken zu “Pollymoment: Chemo und die Sorgen

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