Mein Kühlschrank

Vor wenigen Tagen hat mein Kühlschrank beschlossen, einfach nicht mehr zu funktionieren. Nach fast zwanzig Jahren, ging ihm sozusagen die Luft aus und jetzt steht in meiner Küche ein neuer. Super schick in Edelstahloptik und im American Style. Ein Bombengerät. Er kühlt und gefriert, taut selbstständig ab und regelt seine Temperatur, ganz von selbst. Immer die richtige Kälte parat. Auf allen Ebenen. Toll. Trotzdem bringt er mich, nach nur wenigen Tagen, schon fast an den Rand des Wahnsinns. Er spricht! Naja…oder fast. Und das mitten in der Nacht.

Mein Schlafzimmer grenzt unmittelbar an die Küche an. Die Wände unserer Altbauwohnung sind sehr dünn und der Kühlschrank steht genau an der Wand, an der auf der anderen Seite, auch unser Bett steht. Und das ist ein echtes Problem.

Ich höre nämlich jedes „Wort“ von dem Teil. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich ein Mensch bin, der bei den geringsten Geräuschen nicht schlafen kann.  Ich brauche es nachts mucksmäuschenstill. Deshalb wird auch mein Mann, regelmäßig von mir ausquartiert. Der spricht zwar nicht im Schlaf, aber er schnarcht.

Ganz anders der Kühlschrank. Punkt 22.00 Uhr fängt er an zu jammern. Ein Gurgeln und Glucksen. Ein Pfeifen und Piepen, Ein Pupsen und Ächzen. Ein Rülpsen  und Quietschen. Und ich bin dazu verdammt, ihm zu lauschen. Weil ich bei dem Gejaule nicht einschlafen kann.

Es klingt tatsächlich, als ob der Kühlschrank spricht! Kühlschränkisch, versteht sich. Er ist eine echte Plaudertasche. Und das  raubt mir den Schlaf.

So schön er auch ist, und soviel technischen Schnick-Schnack er auch mitbringt, der deutschen Sprache ist er nicht mächtig. Bedauerlicher Weise. Dann könnte ich wenigstens verstehen, was er mir jede Nacht zu erzählen hat.

Nett wäre auch ein Fach, in das ich eine CD schieben kann, um wenigstens interessante Hörbücher von ihm zu hören, wenn ich schon kein Auge zumache. Meinen Mann stört das Gegluckse übrigens nicht. Aber gegen ein CD-Fach, hätte er trotzdem nichts einzuwenden.

Ich hoffe einfach mal für die Zukunft, dass ich entweder lerne, meinen Kühlschrank zu verstehen (was mir unmöglich erscheint) oder lerne, meine Ohren auf Durchzug zu stellen.

Die Idee mit den Hörbüchern werde ich aber in jedem Fall an Bosch weiterleiten.  😉

Gute Nacht, dann, wenn es dann wieder soweit ist.

Eure Polly

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43 Gedanken zu “Mein Kühlschrank

  1. Er spricht kühlschränkisch – ich lache hier vor mich hin! Ob es da auch verschiede Dialekte gibt? Kühlschränkisch-fränkisch oder kühlschränkisch-sächsisch, norddeutschkühl-kühlschränkisch???

    Liebe Dienstagsgrüße von
    Marlis

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  2. Ob Gasthermisch und Kühlschränkisch verwandt sind? Unsere alte Frostbeule und unsere neue (und trotzdem sehr laute) Heizkiste führen nämlich in der Küche häufig sehr ausführliche Gespräche… die verschwören sich sicher gegen uns! Würd mich nicht wundern, die Therme gibt manchmal fast schon bedrohliche Laute von sich.

    Bin ja nur froh, dass unser Schlafzimmer weit von der Küche weg ist, sonst würds mir wohl ähnlich gehen wie dir.

    Toller Post, als auch bald neuer Kühlschrank Besitzerin fühle ich mit dir und hab trotzdem gelacht ^^. Hoffe deine Cd Idee wird umgesetzt, wär wirklich nicht so schlecht *g* oder ein mp3 player, tagsüber zum Kochen dazu und nachts für etwaige Einschlafprobleme.

    Wünsche dir jedenfalls, dass du dich bald an die Geräuschkulisse gewöhnst (oder Kühlschränkisch lernst)

    Gefällt mir

  3. Vielleicht ist er so laut, weil er nachts niemanden zum quatschen hat und Du im anderen Zimmer bist. Stell ihm doch nachts mal den Staubsauger zur Seite, dann hat er jemand neues zum quatschen in der Küche und braucht nicht so zu brüllen. 🙂

    Gefällt 2 Personen

  4. Du gehst nur zu zeitig schlafen! Spiel doch gegen 10 mit ihm und deinem Smart eine Runde Skat – oder wenn der Staubsauger noch dabei ist, dann eben Doppelkopf – dann gibst du ihm ein wenig Hochprozentiges – und dann ist Ruhe! Wäre ja gelacht, wenn nicht Frau über die Technik siegt, auch wenn sie Bosch heißt. Meine ist ja mehr aus dem Hause Sam*Sung, die immer Probleme macht, aber stille!

    Gefällt 3 Personen

  5. Liebe Polly,
    ich verstehe dich nur zu gut in Sachen „Geräusche, wenn man schlafen will“. Vermutlich bin ich da ein Extremfall, denn ich kann nicht mal schlafen, wenn jemand neben mir liegt und atmet 😉 Oropax mag ich aber auch nicht nehmen, aus Angst, etwas zu überhören (Rauchmelder o.ä.). Ein Schlamassel 😀
    Liebe Grüße
    Karina

    Gefällt 1 Person

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