Frau LollyJanePolly und das Glück

coast-631925__180So. Nun war es also geschehen. Ich war verheiratet. Und was ich anfänglich noch als Unsicherheit wahrnahm, wich mehr und mehr der Überzeugung, dass dies die richtige Entscheidung für mich gewesen war. Warum auf das Glück warten, wenn es doch buchstäblich vor der Haustüre lag?

Ich musste doch nur zugreifen und das hatte ich getan. Robert war ein toller Mann, so wie ihn sich wohl jede Mutter als Schwiegersohn nur wünschen konnte. Seit wir verheiratet waren wurde unsere Beziehung noch enger. Wir wollten beide alles richtig machen, achteten auf uns, verbrachten viel Zeit miteinander und sorgten für Abwechslung in unserem Alltag.

Es wurde nicht langweilig und wir hatten kaum Streit, auch unser Liebesleben war abwechslungsreich und aufregend. Alles war perfekt! Warum dann noch einer verflossenen Liebe nachtrauern, die im Grunde ja doch keine Chance hatte?

Nein! Schluss damit! Ich war geheilt.

Ich musste es einfach sein. Basta!

Und so konzentrierte ich mich die folgenden Monate nur auf meine Ehe und verbannte Mike regelrecht aus meinem Kopf. Was mir auch nicht allzu schwer fiel, denn Paula unterbrach ihr Praktikum im Kindergarten für einen Kurs beim Arbeitsamt. Deshalb bekam ich weder sie, noch ihn zu Gesicht.

Keine Chance auf Erinnerungen also.

Ich fühlte mich befreit, ging meiner Arbeit und meinem Haushalt nach, engagierte mich im Ehrenamt und traf mich so oft wie möglich mit Freunden. Nur keine Langeweile aufkommen lassen, die mich vielleicht doch noch auf dumme Gedanken brächte. Aber nein, das war natürlich Unsinn.

Robert trug mich auf Händen. Wir verbrachten eine glückliche Zeit. Alles schien wunderbar zu stimmen und lief besser denn je. Wir turtelten, genossen unser Eheglück und kümmerten uns rege um die Familienplanung. Leider ließ der Erfolg in diesem Punkt auf sich warten. Aber egal. Ich war kuriert und hatte mein Glück gefunden. Oder nicht? Doch. Ganz bestimmt!

So vergingen die Monate und Paula hielt wieder Einzug in der Kita. Anfänglich hielt sich meine Freude darüber in Grenzen, aber es wurde besser, als sie in einer unserer anderen drei Gruppen zum Einsatz kam. Da waren die Begegnungen mit ihr zwar nicht ausgeschlossen, aber eher spärlich. Ganz nebenbei bemerkt, hatten wir ja auch kaum Zeit zum Quatschen. Mike ließ sich nicht blicken.

Alles im Lot. Es war geschafft, ich hatte mein Leben mit Robert absolut im Griff. Und trotzdem, irgendetwas war in letzter Zeit anders geworden. Robert veränderte sich.

Erst kaum spürbar, dann immer mehr. Tag für Tag verhielt er sich seltsamer. Er war müde und erschöpft, reizbar und auch irgendwie verwirrt. Ich schob es auf seinen neuen Posten im Krankenhaus, der ihm seit Kurzem inne war, und der ziemlich viel Verantwortung mit sich brachte. Er war überarbeitet. Das war alles. Vielleicht täten ihm ein paar Tage Urlaub gut? Aber die lehnte er ab. Was soll’s.

Natürlich versuchte ich meinen Mann so gut es ging zu entlasten, doch sein Zustand wurde immer schlechter. Allmählich machte ich mir Sorgen, und bat ihn zum Doktor zu gehen, aber Robert wiegelte ab. „Ich bin nur im Stress zur Zeit, Schatz.“ ,versuchte er mir zu versichern. „Lass mich einfach, das wird schon wieder.“

Lass mich einfach, das wird schon wieder? Solche Worte hatte ich von ihm noch nie gehört. Es war als würde er sich mehr und mehr einigeln, und ich kam nicht mehr zu ihm durch. Nach der Arbeit zog er sich nun oft zurück, saß auf der Couch und hatte den Fernseher laufen. Unsere Unternehmungen wurden immer weniger. Mein Mann ließ mich nicht mehr wirklich teilhaben, an dem was ihn beschäftigte.

Das kränkte mich irgendwie, und so begann sich ein leichter Schatten auf unseren Alltag zu legen. So kannte ich Robert nicht.

Eines Morgens klagte er dann über starke Kopfschmerzen und ich hatte den Eindruck, er könnte gar nicht mehr richtig reden. Orientierungslos stand er in der Wohnung und schlich von einer Ecke in die andere. Der Notarzt den ich rief, brachte Robert sofort ins Krankenhaus. Aber die Ärzte fanden nichts. Keine Anzeichen für einen Schlaganfall oder ähnliches.

Mein Mann war gesund. Die Diagnose, die er mit nach Hause brachte lautete:  Migräne. Gut. Migräne also. Das war ja durchaus möglich.

Robert hatte schon immer mit leichten Attacken zu kämpfen gehabt, deshalb verließen wir uns darauf. Nur wenige Tage später wussten wir dann, es war ein Fehler.

Fortsetzung folgt….

Eure Polly

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16 Gedanken zu “Frau LollyJanePolly und das Glück

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