Mein Tageswort: Insel

In den Freundschaftsbüchern meiner Kindergartenkinder, treffe ich oft auf die Frage: „Welche drei Dinge würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?“

Ich antworte dann immer. meine Familie, ein Buch und Klopapier.

Aber stimmt das überhaupt? Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir noch nie echte Gedanken darüber gemacht. Ich schreibe das immer einfach so.

Zuerst stellt sich mal die Frage, warum man auf dieser einsamen Insel überhaupt landet. Wenn man, wie Robinson Crusoe, durch ein Schiffsunglück dort strandet, dann hat man wohl kaum Zeit, sich noch diverse Dinge einzupacken. Also denke ich, wird die Reise dorthin wohl auf freiwilliger Basis sein. Wie ein kleiner Urlaub, für eine begrenzte Zeit.

Und warum wählt man dafür eine einsame Insel? Damit man seine Ruhe hat. Und da sind wir schon beim ersten Punkt. Würde ich dann meine Familie mitnehmen wollen? Oder würde ich nicht doch lieber einfach mal für mich sein?

Ich glaube, wenn ich ehrlich bin, ist  das Letztere zutreffend. Ich liebe meine Familie. Aber ich genieße auch die Zeiten, die ich für mich alleine haben kann. Um wieder aufzutanken und dann wieder mit voller Kraft für meine Familie da sein zu können. Auf einer einsamen Insel, würde ich alle Fünfe gerade sein lassen wollen. Das könnte ich definitiv nicht, mit Anhang, dafür bin ich zu sehr Mutter. Also doch eine Reise ohne Kind und Kegel. Polly ganz allein.

Ich bezweifle auch, dass meine Kinder und mein Mann so begeistert von einem Inseltrip wären… ohne W-Lan und Co.  Sie würden mich freiwillig alleine losschicken. Das steht fest. Sie würden eher die luxuriösere Variante bevorzugen. Eine Insel ohne ganz einsam…zivilisiert, mit Internet.

Nun zum Buch. Würde ich auf einer einsamen Insel meine Zeit mit lesen verbringen? Nein. Wahrscheinlich nicht.

Zuerst einmal würde ich die Insel erkunden. Es gäbe doch so viel zu entdecken, dass ich wohl keine Zeit hätte mich hinter Büchern zu verkriechen. Ich würde klettern und schwimmen, Pflanzen und Tiere beobachten und Steine oder Muscheln sammeln. Ich könnte Sandburgen bauen, in der Sonne liegen und dösen, oder durch die Wälder streifen. Nicht zu vergessen, ich hätte sicher auch einiges für den täglichen Bedarf zu erledigen. Weil es auf dem einsamen Eiland bestimmt fertig gebauten Unterschlüpfen mangelt und es keine kredenzte Verpflegung gäbe, müsste ich mich in dieser Hinsicht ja auch noch selbst versorgen. Also, definitiv wären ein Zelt, oder ein Fresspaket sinnvollere Mitbringsel für eine einsame Insel, als ein Buch.

Nun zum Klopapier…wer weiß ob ich nicht sowieso qualvoll an Verstopfung verenden würde, denn….psssstt…..aber ich brauche für so heikle Angelegenheiten doch meine gewohnte Umgebung  😉 

Zumindest ein ordentliches Klo! Wer da nicht ganz so zimperlich ist wie ich, für denjenigen täte es wohl auch ein festes Blatt, oder eine duftige Blüte 😀

Gut, und schon aus diesem letzten Grund, käme eine einsame Insel für mich eh niemals in Frage. Also lohnt es sich auch nicht mehr, darüber zu philosophieren, was ich statt dessen mitnehmen würde. In die Freundschaftsbücher, mache ich an dieser Stelle, in Zukunft besser einen Strich. 😉

Und weil ich nicht freiwillig ganz einsam sein will, und unfreiwillig gestrandet nichts zum Auswählen hätte, mache ich dann doch lieber irgendwann mal wieder richtigen Urlaub. In einem netten Hotel mit etwas Komfort. Auf einer netten Insel, mit meiner Familie, netten Menschen und netten Abenteuern. 

Aloha!sunset-494544_640

Eure Polly

PS: Wie ist das mit euch und den einsamen Inseln?

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20 Gedanken zu “Mein Tageswort: Insel

  1. ein Messer würde ich mitnehmen, mit vielen Funktionen, eine dicke, warme Felldecke und ein funktionales Allzweckgefäß aus Ton oder besser noch Blech, mit dem man notfalls auch kochen kann…
    Hotels sind nichts für mich… und ein Plätzchen für die Notdurft lässt sich bestimmt überall finden…

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  2. photoase schreibt:

    Da der Gedanke an eine einsame Insel zwar reizvoll ist, wenn man viel um die Ohren hat und überhaupt, aber bei näherer Betrachtung (Sandflöhe, Mücken, etc.) nicht wirklich mehr so reizt, könnte man ja einfach die drei Mitbringsel ähnlich utopisch gestalten:
    1. Ein Essens-und Getränke-Wunschgenerator
    2. Ein Personenfaxgerät
    3. Ein Wolkenbett mit Sanft-Schaukel-Einschlafhilfe

    😀 LG Iwan

    Gefällt 2 Personen

  3. Hm, so richtig hab ich da auch noch nicht drüber nachgedacht, also schon so nebenbei, aber nicht so tiefgehend wie du.

    Ja es ist definitiv ein interessantes Gedankenexperiment, wenn man sich mal wirklich damit auseinandersetzt, also geh ich mal in mich:

    Erst mal – Randbedingungen: wie lang, wo, welche Überlebensvoraussetzungen gibt es da?
    Im Sinne der 3 Dinge, die man mitnehmen kann, sagen wir mal: 1 Woche, irgendwo, wo’s nur wenige tödlich giftige Tiere gibt und viele Früchte und Holz etc.

    Auf jeden Fall 1 Buch, ein großes, dickes. Nämlich eines mit grundlegenden Überlebensregeln, einem integrierten Lexikon von verzehrbaren und giftigen Pflanzen der Gegend und erste Hilfe Tips und Heilkräutern.

    Meinen Mann, ich halts ja kaum einen Tag ohne ihn aus ^^ und ich geh jetzt mal davon aus, dass die Insel groß genug ist, dass man den ganzen Tag getrennt unterwegs sein kann, ohne sich zu begegnen. Dann können wir uns abends beim Lagerfeuer über unsere Erlebnise austauschen und… naja, ihr wisst schon ^^. Außerdem ist er wesentlich campingerfahrener als ich, also kann ich seine Hilfe sicher gut gebrauchen.

    Und natürlich ein Allzweckwerkzeug.

    Auf jeden Fall NICHT würde ich Handy, Computer etc. mitnehmen, ich arbeite mit dem Zeug sowieso jeden Tag, wenn ich schon mal ne Auszeit von der Zivilisation nehme brauch ich das wirklich nicht!
    Nicht mal meine Kamera würd ich mitnehmen, zwar mit Bauchschmerzen (all die schönen Motive) aber auf so einer Insel gibt es sicher ganz viele andere Möglichkeiten, kreativ zu werden, und vor allem kommt man da vielleicht endlich mal wirklich zum Denken!

    Sehr inspirierender Post. Danke!

    Gefällt 1 Person

    • Danke für deine schonen Gedanken zu meinem Beitrag! Es ist nie verkehrt einmal drüber nachzudenken. … wer weiß wann wir einmal einer solchen oder ähnlichen Herausforderung begegnen. Dann sind wir zumindest mental gerüstet. Liebe Grüße. 🙂

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