Jede Nacht… oder immer der gleiche Pollymoment

Ich träume.

Jede Nacht.

Das kuriose daran ist, dass ich im Normalfall jemand bin, der sich selten, oder gar nicht an den Inhalt seiner Träume erinnert. Oft sind es nur die Gefühle, welche sie hinterlassen, die ich greifen kann. 

Aber seit du nicht mehr Realität bist, verfolgst du mich im Traum. Jede Nacht. Und ich erinnere mich.

Die Geschichten um dich herum sind immer ein bisschen anders. Aber eines bleibt immer gleich.Du steckst mir ein Herz in meinen Briefkasten. Ich bin nicht dabei, wenn du es tust, aber sobald ich den Briefkasten öffne, finde ich es. Und ich weiß sofort von wem es kommt.

Manchmal ist es der kleine Stein, den ich dir einmal schenkte, der die Form eines Herzens hat. Ein anderes mal ist es ein Herz, gemalt auf Papier. Ab und zu ist es auch ein echtes Herz. Noch lebendig. Das pulsiert und schlägt, aber ganz unblutig ist. Es erschreckt mich nicht. Manchmal ist das Herz aus Kristall. Es changiert von hell und strahlend zu düster und matt.

Einmal war es sogar ein gebasteltes Herz aus Ton. Die eine Hälfte war zum Teil schon abgebrochen. Auf der intakten Seite stand: „Alles Liebe zum Vatertag, Dein Peter.“ Das war wohl die erstaunlichste Variante.

Auch die Herzen sind also immer anders, so wie die Geschichten außenherum. Aber DIE Handlung bleibt gleich, deine Handlung. Die mit dem Briefkasten  und dem Herz.

Und dann wache ich auf. Jedes mal, wenn ich den Schlüssel umgedreht habe. Wenn sich die Klappe geöffnet hat, und mir das Herz in meine Hände fällt. Ja. Es fällt mir entgegen. Jede Nacht im Traum.

Dann sitze ich im Bett und es kommen mir unweigerlich die Tränen. Tränen, die ich eigentlich gar nicht mehr weinen will. Weil es schon so viele waren. Und ich frage mich, wann dieser Trauer-Tank endlich leer ist.

Oder ist es gar eine Quelle, die niemals mehr versiegt? Das macht mir Angst.

Ich überlege, was  der Traum wohl bedeuten mag? Eigentlich bin ich ein recht skeptischer Mensch. Halte nicht viel von Horoskopen, Wahrsagereien, Deutungen, Vermutungen…

Aber ich hinterfrage auch alles. Besonders alles was mir suspekt erscheint. Auch diesen Traum.Will den Dingen auf den Grund gehen.

Hmmmm…Jede Nacht, der gleiche Traum.Vielleicht bedeutet er doch etwas? Er muss etwas ausdrücken, wenn er sich so verlässlich in meinen Schlaf schleicht. Erzählt er etwas über dich, oder über mich, über uns beide? Zeigt er Hoffnungen, Wünsche? Ist es ein Blick in meine Seele, oder wirklich in die Zukunft?

Ich wage nicht, darauf zu hoffen, dass du mir dein Herz vielleicht immer noch schenken willst. Die Enttäuschung, mich geirrt zuhaben, wäre doch zu groß. Ich interpretiere es besser so: Vielleicht ist es nicht dein Herz, sondern mein Herz, das ich dir geschenkt habe. Jetzt gibst du es mir zurück, damit ich es neu verschenken kann. Vielleicht auch an einen Peter…dann sind Überraschungen in beide Richtungen nicht ganz ausgeschlossen. Und Überraschungen sind ja bekanntlich immer besser, als Enttäuschungen.

Ich muss zugeben, freilich, die erste mögliche Vermutung gefiele mir um vieles besser. Dass du mir DEIN Herz wieder gibst. Wir werden sehen… Das Schöne an diesen unterschiedlichen Möglichkeiten ist ja, dass alle beide zutreffen können…Warten wir’s ab. Alles wird gut, Pollyheart-510100_640

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Was sagst du dazu? Bin sehr gespannt :-)

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