Gedanken für ein Geliebte(s)Leben: Die Affäre (1. persönliche Fakten )

Affäre:

Was der Duden darüber sagt, habe ich ja schon zu Protokoll gegeben. Was sage ich nun dazu? Als Betroffene? Als Expertin, die das am eigenen Leib miterlebt hat? Kann ich das überhaupt objektiv beurteilen? Ich glaube schon. Fest steht, es gibt keine passende Schublade für eine Affäre.

Jede ist individuell und hängt ganz von den Personen, Eigenschaften, Begebenheiten der Beteiligten ab. Meistens geschieht sie nicht berechnend, sondern eher zufällig und die Betroffenen erleben nicht nur Freude daran, sondern auch viel Leid und Schmerz. Eine Affäre aufrecht und geheim zu halten, bedarf viel „taktisches Geschick und Können“ und braucht im allgemeinen viel Zeit. Planung und Vertuschung auf der einen Seite und Präsenz und Hingabe auf der Anderen. Das ist auf Dauer sehr anstrengend und belastend. Es ist also keineswegs so, dass man sich keine Gedanken macht und einfach so über Leichen geht.

Und, auch wenn es komisch klingt, es hat viel mit Vertrauen zu tun. Vertrauen, dem Partner gegenüber, mit dem man die Affäre beginnt.

Affäre, was ist das?

Eine Affäre, ist nicht gleich „Affäre“. Sie ist nicht zwingend nur ein Seitensprung eines Singles mit einer verheirateten Person. Sie kann sowohl ein Verhältnis sein, ein Seitensprung und eine Beziehung zugleich. Auch zwei Singles können sich darüber einig sein, ihre Partnerschaft wie eine Affäre zu leben.

Sicher ist eine Affäre aber oft eine Art Liebesverhältnis auf Zeit.  Und es sind immer zwei freiwillig daran beteiligt. Da gibt es also keinen bösen Part und keinen guten Part dabei. Genauso, wie man beim Scheitern einer festen Beziehung oder einer Ehe, die Schuld nicht bei einem alleine suchen darf.

Nur, wie gestaltet sich so eine Liaison? Das hängt doch meist von den Personen ab, die sie leben. Die jeweiligen „Spielregeln“ können dabei sehr einfach und strikt sein, oder aber auch sehr kompliziert. Meistens werden sie gegenseitig abgesprochen, was ja auch sinnvoll ist, um Missverständnisse zu vermeiden und die Affäre besser geheim halten zu können. Wer ruft wann an, wo und wann wird getroffen, wie oft…Da gibt es oft klare Vereinbarungen.

Oft stehen die Konventionen aber auch im Zeichen von „Laissez-faire“. Das heißt, alles einfach mal laufen lassen, und sehen, was passiert und wie es funktioniert.

Für mich ist „Affäre“ ein weit gefächerter Begriff, den jeder Betroffene in seiner eigenen Art und Weise erklären würde. So, wie er es erlebt und empfindet.
Generell denke ich, wenn man sich auf eine Liaison einlässt, dann sucht man etwas, was man bei seinem Partner nicht, oder nicht mehr findet. Dies kann Anerkennung sein, Sex, Spaß oder eben auch die Liebe. Die Suche nach dem was uns fehlt, und gleichzeitig, das festhalten zu wollen, was uns in der Partnerschaft noch gefällt, das veranlasst uns am Ende, eine Affäre einzugehen.

Sex oder Liebe?

Auch das ist individuell und kann pauschal nicht gesagt werden. Man kann nicht verallgemeinern, worauf es dem Einzelnen ankommt. Bei manch einer Affäre geht es weder um Liebe noch um Sex, sondern hauptsächlich um Anerkennung und Bestätigung, um Abenteuer. Bei anderen geht es wieder nur um Liebe, beim nächsten wieder nur um den Sex. Oder es geht um beides, nur um Liebe und Sex zusammen. Manchmal sind es auch die Umstände, warum vielleicht nie eine wirkliche Beziehung möglich war. Dann geht es um die Menschen an sich.

Alles ist möglich. Oft entwickelt sich eine Affäre aber durch eine von den beiden wahrscheinlichsten Angelegenheiten, eben durch eine Liebes- oder Sex-Beziehung zweier Menschen. Und es geschieht nicht immer nur in dunklen Hinterhöfen und mit fast „mörderischen“ oder zerstörerischen Absichten. 

Ein flüchtiges Kennenlernen auf der Straße, kann der Auslöser sein. Regelmäßige Treffen im Freundeskreis. Es kann auf der Arbeit oder auf einer Party passieren, im Bus oder beim Einkaufen. Mittlerweile aber auch völlig beabsichtigt und „gesellschaftsfähig“ arrangiert über eine Singlebörse oder Partnervermittlung. Es kann auch bewusst über eine Seitensprungagentur geschehen.

Überall da, wo Menschen aufeinandertreffen. Unter langjährigen Freunden, aber auch über eine zufällige Bekanntschaft bzw. Situation im Alltag, oder durch einen One-Night-Stand …

Dem Zufall oder dem Schicksal sind da keine Grenzen gesetzt.

Puuuhhhh……So, erst mal bis dahin. Fortsetzung folgt morgen, mit weiteren interessanten Gedankengängen aus meiner Expertenfeder….

Eure Polly

 

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4 Gedanken zu “Gedanken für ein Geliebte(s)Leben: Die Affäre (1. persönliche Fakten )

  1. Danke für deine Worte und deine Auffassung dazu, liebe Polly. So eine Situation kenne ich auch, allerdings hat sie sich nur angebahnt & es wurde letztendlich nichts daraus (er verheiratet, ich Single). Mein Kopf weiß, dass es richtig war, sich nicht darauf einzulassen – aber mein Herz denkt noch viel zu oft an ihn und fragt sich, ob ich es nicht hätte doch probieren sollen … vermutlich auch mit dem Hintergedanken „vielleicht verlässt er sie ja doch, denn irgendetwas kann nicht (mehr) in der Ehe passen, wenn er das tut“ … Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt … Liebe Grüße

    Gefällt 2 Personen

    • Da hast du recht. Das Herz hat manchmal einfach seinen eigenen Kopf. Affäre ist nicht gleich Affäre, und nicht alle geschehen aus böser Absicht heraus. Einmal hineingeraten, ist es sehr schwer, glücklich damit zu leben, aber genauso schwer ist es sie zu beenden. Man weiß, dass es falsch ist, und trotzdem hofft man immer weiter. In einer glücklichen Beziehung, hat eine Affäre keine Chance. Und damit eine Beziehung glücklich bleibt, sind immer beide Partner gefragt…genauso wie bei einem Seitensprung immer zwei beteiligt sind. Ich hatte immer ein schlechtes Gewissen. Nicht nur meinem Mann, sondern auch Mikes Ehefrau gegenüber. Es gab verschiedene Gründe, diese Ehe nicht einfach aufzugeben, obwohl sie eigentlich schon keine mehr ist. Auf der anderen Seite liebe ich Mike, und habe jede Sekunde immer genossen, die uns vergönnt war… Jeder hat eben seine eigenen Beweggründe, etwas zu tun, oder zu lassen. Danke, für dein Feedback 🙂
      Viele Liebe Grüße, Polly

      Gefällt 2 Personen

    • Es ist nicht leicht, gegen Regeln zu verstoßen. Obwohl man das einer Geliebten oft unterstellt. Das sie kein Gewissen hat. Aber das stimmt nicht, und diese Tatsache macht alles manchmal nur noch schlimmer… eben weil sie auch mitfühlen. Sie wissen, was richtig und falsch ist, sie wissen aber auch, dass sie nicht einfach damit aufhören können…
      Liebe Grüße, Polly

      Gefällt 1 Person

Was sagst du dazu? Bin sehr gespannt :-)

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