Auf der Bank (Teil 2)

Der Park.

Dort hatte ich Ruhe. Konnte meine Gedanken sammeln, und hier konnte ich auf ein Wiedersehen mit Mike hoffen. Und wirklich, als ich an einem Abend durch die stille Dunkelheit des Parks ging, sah ich den Schein einer aufglimmenden Zigarette bei unserer Bank. Bei diesem Anblick breitete sich sogleich ein Gefühl der Vertrautheit aus, in meinem ganzen Körper. Da wusste ich, dass er es war.

Mike stand auf und kam mir entgegen. Ohne ein Wort zu sagen, nahm er mich fest in die Arme und küsste mich. So, als ob wir noch nie geküsst hätten. Als er mich ansah, las ich Erleichterung in seinen Augen. Dann trug er mich auf seinen Armen, wie eine Braut zu unser Bank. Ich setzte mich auf seinen Schoß und er begann sanft  meinen Hals zu küssen, dabei seufzte er in mein Haar . „Ich habe mir Sorgen gemacht. Ich habe dich vermisst.“ flüsterte er und seine Stimme klang fast schon gequält.

„Du hast mir auch gefehlt.“ Mehr schaffte ich nicht zu sagen. Denn Mikes Zunge eroberte meinen Mund. Seine Hände waren überall auf meinem Körper. Streichelten mich, hielten mich fest.

In diesem Moment, vergaß ich alles um mich herum. Ich spürte eine große Liebe in mir, ein unbändiges Verlangen. Wir waren in einem öffentlichen Park! Zwar stand die Bank etwas versteckt und es war schon spät, aber wir hätten jederzeit überrascht werden können.

Doch das war uns gleich. Es zählte nur der Augenblick. Unser Augenblick zu zweit. Er presste sich hart gegen mich, schob seine Hände unter mein Shirt. Ich bewegte mich im Einklang mit unserem immer schneller werdenden Atem. Vor meinen Augen ein Flirren, in meinem Schoß,  ein einziges Feuer.

„Schlaf mit mir“; raunte er. „Hier und jetzt.“ Und dann taten wir es. Nachts im Park. Und in unserem Sex entlud sich so viel, was in uns verborgen und eingeschlossen war. Angst, Verzweiflung, Liebe, Lust… wir spürten uns. Wir liebten uns, mit allem was wir hatten. So wie wir waren.

Als wir uns an diesem Abend trennten, fühlte ich mich ganz. Vollständig. 

„Wir sehen uns“, sagte Mike und drückte mich liebevoll an sich. „Es muss anders werden, Polly. Irgendwie.“

Es wurde anders. Aber nicht so, wie ich es hoffte. Ein Brief von Frank, kündigte seine vorzeitige Haftentlassung an. Theoretisch hatte ich mich ja schon lange von ihm getrennt, nur in der Praxis hatte mir bislang der Mut gefehlt. Jetzt war es soweit, den Dingen ins Auge zu sehen.

Eure Pollyjump-483386_640

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