Auf der Bank (Teil 1)

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Während Verbrecher-Frank im Gefängnis saß, trafen Mike und ich uns noch zwei Mal. Einmal durch Zufall beim Einkaufen, wobei Mike sogleich darauf brannte meine Einkäufe nach hause zu schleppen. Ich vermute er hatte dabei die selben dezenten Hintergedanken, wie ich. Zeit mit mir alleine zu verbringen, diesmal in meinem Zimmer.

Zwar steckten wir beide immer noch in unseren Beziehungen, trotzdem konnten wir nicht anders… den ganzen Weg über flirten wir schauten uns immer wieder an. Wir waren wie zwei Magnete, die sich unaufhörlich anzogen. Jedes Mal. Mit einer Kraft und Magie, für die es keine Worte gibt, ums sie wirklich beschreiben zu können.

Als wir endlich bei meinem Elternhaus ankamen, wurde unser Verlangen jedoch jäh im Keim erstickt.

Meine Eltern lagen, wie so oft, im Clinch miteinander. Meine Schwester rannte heulend aus dem Haus, und es war offensichtlich, es könnte keinen schlechteren Zeitpunkt geben, Mike meine „Bilderbuchfamilie“ vorzustellen. Er wusste aus unseren Gesprächen, dass ich es nicht immer leicht daheim hatte. Sogleich spannte sich sein ganzer Körper an. „Ich lass dich da nicht alleine rein, Polly“, quetschte er durch seine gepressten Lippen hervor. „Komm mit zu mir. Du kannst auch über Nacht bleiben.“ Was für ein verlockendes Angebot! Aber es ging nicht. Ich verneinte, denn ich konnte und wollte meine Schwester an so einem Tag nicht im Stich lassen.

Solche Situationen kannten wir nur zu gut. Meine Mutter würde sich weinend ins Schlafzimmer verkriechen, während mein Vater in die Kellerbar marschieren, und sich den Frust durch die Leber spülen würde. Klara und ich würden derweil das Chaos beseitigen, und uns dann, in einem unserer Zimmer, mit überlauter Musik das Hirn neblig machen.

Das war kein Ort für Mike, nur für mich. Er musste gehen. Zähneknirschend gab er schließlich nach, nach dem ich ihn überzeugte, ich hätte alles im Griff. Er hatte Angst um mich, und diese Tatsache schmeichelte mir. Aber noch mehr hatte ich Angst vor seiner Reaktion. Wie oft hatte er schon gesagt, er wolle meine Eltern am liebsten einmal zurechtstutzen, und ich hatte ihn gebeten, sich nicht einzumischen. Es würde alles nur noch schlimmer machen, wenn er bliebe. Ich war hier der Profi in Sachen familiärer „Kriegsführung“, und bis jetzt gab es dabei noch keine Toten. Auch diesmal nicht.

Trotzdem, der Haussegen hing natürlich wochenlang schief, und deshalb zog es mich auch wieder oft in den Park. Auf unsere Bank.

Fortsetzung folgt…

Eure Polly 

 

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