…die letzen Augenblicke, oder kurz: das Ende

heart-431155__180

„Schön war’s“ , sagte er und legte mir kumpelhaft den Arm um den Hals. In seinen Augen eine mir unbekannte Entschlossenheit. Sein Blick hatte nichts Warmes. Nicht dieses mokkabraune Leuchten, oder die Lachfältchen in den Augenwinkeln. „Es ist immer schön“, erwiderte ich leise und versuchte dabei krampfhaft ihn anzuschauen. Wer war auf einmal dieser Mann? Doch nicht der, mit dem ich gerade eben noch Seite an Seite, im Bett lag? Der mich sinnlich berührte, an den ich mich schmiegte? Der meinem Körper Gefühle zu entlocken vermochte, wie kein anderer es je konnte?

Ohne ein weiteres Wort bückte er sich rasch und zog seine Schuhe an. Als er zur Couch ging, und seine Jacke nahm, blieb ich verloren im Türrahmen zurück. Unfähig einzuordnen, was gerade geschah. Was plötzlich so anders und fremd war. Langsam drehte ich den Schlüssel im Schloss und öffnete die Tür einen Spalt weit. Mein Herz klopfte bis zum Hals. In meinem Hirn Gedankenblitze. „Nein, bitte nicht! Was war das, was tun?“  Ein Gefühl von Kälte breitete sich zwischen uns aus und Panik machte sich in mir breit. „Bitte, bleib!“, hörte ich die Worte in meinem Kopf.

Als er schließlich an mir vorbei ging, zögerte er kurz. „Ciao.“  Mein Blick suchte verzweifelt seine Augen. „Schau mich an, bitte, schau mich an….“,  flehte ich innerlich. So durfte er doch nicht einfach gehen! Was hatte ich gemacht? Was hatte ich falsch gemacht? Wir hatten fast drei Stunden miteinander verbracht. Hatten geredet, geschwiegen, gekuschelt, geliebt… Und jetzt?

Endlich beugte sich Mike zu mir hinab und küsste meine Lippen. Er küsste mich! Kurz, kalt und knapp. Mein Herz fror und ein Kloß bildete sich in meinem Hals

Im Hinuntergehen spähte er noch ein letztes mal durch das Treppengeländer zu mir hinauf. Auf seinem Gesicht das spitzbübische Lächeln, das ich so liebe. Die Grübchen auf Wangen und Kinn. Der Blick freundlich und doch fremd. Von diesem Moment an wusste ich, es geht zu Ende. Dies war unser letztes Treffen, auch wenn es nicht mit Worten ausgesprochen war.

Die nächsten Tage war unser sms- Kontakt so spärlich wie nie. Obwohl das in der letzten Zeit schon recht wenig geworden war, wie mir jetzt schmerzlich bewusster wurde. Dann die Nachricht: „Auf deine Freundschaft möchte ich niemals verzichten. Ich werde es mit ihr probieren, es ist besser so. Ich melde mich. Ich werde und kann dich niemals vergessen.“

Moment….Mit ihr…ja…nicht mit mir… ich erinnere mich, die gute Freundin, mit der die ganze Zeit nichts war….mit ihr… und ab jetzt soll ich also den Freundschaftsposten inne haben? Hab ich das richtig verstanden? Wir wollen Freunde sein? Ich schaue also dabei zu, wie er sich sein neues Leben mit einer anderen aufbaut und gebe noch freundschaftlich meinen Senf dazu? Obwohl es nie ein Geheimnis war, was ich über uns dachte, was ich hoffte. Wie ich ihn liebe, und in welchem Glauben er mich ließ?

Nein, das kann ich nicht! Was verlangt er eigentlich von mir? Zwischen uns war nie nur Freundschaft… ich kann dahin nicht zurück.

Das alles war vor zehn Tagen. Es tut so weh, dass ich immer noch kaum atmen kann und glaube, unter meiner Haut langsam zu zerfallen. Unsere Freundschaft…keine Liebe…Mike…sein Name… immerzu in meinem Kopf! Die Gedanken und Vorstellungen sind kaum zu ertragen. Er mit ihr…er hat lange darüber nachgedacht, es ist besser so.

Was bleibt mir übrig? Wenn er es will? Ich glaube es nicht. Ich glaube nicht, dass es besser so ist. Ich will es nicht. Aber ich lasse ihn los, das gehört zum Lieben dazu.

Er meldet sich…ja, wer weiß….ob ich dann antworte? Ja, wer weiß….

Eure Polly

Advertisements

2 Gedanken zu “…die letzen Augenblicke, oder kurz: das Ende

    • Ja…. wie oft habe ich mir das auch schon gesagt…. aber mein Herz denkt da einfach anders. Es hört nicht auf meinen Kopf. Es ist nichts normales zwischen uns. Ich kann es nicht beschreiben. Danke für deine Worte, sie sind wahr. Lieben Gruß, Polly 🙂

      Gefällt mir

Was sagst du dazu? Bin sehr gespannt :-)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s